Straße von Hormus blockiert: Ölpreise explodieren und Inflation steigt weltweit
Lina SeidelStraße von Hormus blockiert: Ölpreise explodieren und Inflation steigt weltweit
Weltwirtschaftswachstum steht 2026 vor neuen Herausforderungen durch steigende Spannungen und Lieferengpässe
Die globale Wirtschaft sieht sich 2026 mit frischen Belastungsproben konfrontiert, da eskalierende Konflikte und Unterbrechungen in den Lieferketten die Preise in die Höhe treiben. Eine aktuelle Blockade in der Straße von Hormus hat die Ölpreise explodieren lassen, während die Inflationsprognosen für die großen Volkswirtschaften deutlich nach oben korrigiert wurden.
Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen für den globalen Öl- und Gastransport, wurde ab dem 1. März 2026 de facto lahmgelegt – ausgelöst durch den sich zuspitzenden Konflikt zwischen dem Iran, den USA und Israel. Innerhalb einer Woche schnellten die Preise für Brent-Rohöl von unter 100 Dollar auf 126 Dollar pro Barrel hoch, nachdem fast 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung und 25 Prozent der Flüssiggas-Lieferungen (LNG) unterbrochen worden waren. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge brach um 90 bis 100 Prozent ein, sodass Frachter gezwungen waren, die längere Route um das Kap der Guten Hoffnung in Afrika zu nehmen – eine Umleitung, die die Transportdauer um 10 bis 14 Tage verlängert, die Kapazitäten verknappt und die Fracht- sowie Versicherungskosten in die Höhe treibt.
Die Blockade führt zu massiven Verzögerungen bei Tankern und Frachtschiffen und setzt die Lieferketten für Energie, Chemikalien und Düngemittel unter Druck. Besonders Entwicklungsländer sehen sich nun mit erhöhten Risiken für ihre Ernährungssicherheit konfrontiert, da Transportengpässe die Kosten für lebenswichtige Güter weiter nach oben treiben.
Unterdessen hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Inflationsprognosen für 2026 deutlich angehoben. Für die G20-Staaten wird nun eine durchschnittliche Teuerungsrate von 4 Prozent erwartet – gegenüber der bisherigen Schätzung von 2,8 Prozent. In den USA kletterte die Prognose auf 4,2 Prozent (zuvor: 3,1 Prozent). Treiber dieser Entwicklung sind vor allem der Krieg im Iran und die Sperrung der Straße von Hormus, die zu weiteren Preisanstiegen bei Öl, Gas und Rohstoffen führen dürften.
Trotz dieser Belastungen wird das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr voraussichtlich bei 2,9 Prozent liegen – gestützt durch anhaltende Investitionen in Künstliche-Intelligenz-Technologien.
Die Blockade von Hormus hat bereits zu einem steilen Anstieg der Energiepreise und Transportkosten geführt, mit spürbaren Folgen für die Inflation weltweit. Während sich die Lieferketten an längere Routen und höhere Ausgaben anpassen, wird sich der wirtschaftliche Dominoeffekt voraussichtlich ausweiten – und in den kommenden Monaten alles von Sprit bis hin zu Lebensmitteln teurer machen.






