09 March 2026, 23:15

Streit um Apothekenreform: Wer entscheidet über die Zukunft der Branche?

Ein Plakat mit Text und einem Logo, auf dem steht: "Reduzierung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung."

Streit um Apothekenreform: Wer entscheidet über die Zukunft der Branche?

Im Gesundheitsausschuss des Bundestags haben die Beratungen zum Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) begonnen. Der Gesetzentwurf hat in der Branche eine kontroverse Debatte ausgelöst – vor allem zu den Themen Kosten, Ausbildungsstandards und die Zukunft der Apothekenbetriebe.

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Thomas Preis, Präsident der Bundesapothekerkammer (ABDA), begrüßte zwar Pläne, die Festbeträge für Apotheken über eine begleitende Verordnung anzuheben. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass die Zahl der Apotheken in den vergangenen 13 Jahren gesunken sei und forderte dringende Maßnahmen, um weitere Schließungen zu verhindern. Zudem lehnte er eine "Entprofessionalisierung" ab, etwa durch den Betrieb von Apotheken ohne approbierte Apotheker:innen oder vor-Ort-Labore.

Markus Grunenberg vom GKV-Spitzenverband, dem Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, verwies darauf, dass eine Erhöhung der Festbeträge die Steuerzahler:innen rund eine Milliarde Euro kosten würde. Anja Zierath vom Bundesverband der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (BVpta) lehnte hingegen Vorstöße ab, die eine Vertretung in Apotheken ohne zusätzliche Qualifikation ermöglichen sollen – sie betonte die Notwendigkeit fachgerechter Ausbildung.

Thomas Porstner vom Phagro-Großhandelsverband forderte schärfere Kontrollen bei Logistikdienstleistern, um die Einhaltung von Lager- und Transportvorschriften zu gewährleisten. Ulrich Langenberg von der Bundesärztekammer (BÄK) sprach sich entschieden gegen Pläne aus, verschreibungspflichtige Medikamente rezeptfrei abzugeben.

Dr. Stefan Hartmann vom Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) plädierte für eine Neuausrichtung der Regulierung bei der Erstattung von Rezepturarzneimitteln. Bork Bretthauer von Pro Generika hob zwar die stabile Versorgung mit Biosimilars hervor, warnte aber vor Exklusivverträgen, die den Wettbewerb verzerren könnten – hier forderte er ein Verbot.

Die Diskussionen zeigen tiefe Gräben über die Zukunft der Apothekenversorgung in Deutschland. Zentrale Streitpunkte sind die Finanzierung, berufliche Standards sowie die Balance zwischen Zugänglichkeit und Sicherheit. Die Entscheidungen des Ausschusses werden maßgeblich prägen, wie Apotheken in den kommenden Jahren arbeiten werden.

AKTUALISIERUNG

Bundestagsdebatte zum ApoVWG verschoben, Auswirkungen auf den legislativen Zeitplan

Der Bundestag hat seine Debatte zum ApoVWG verschoben, die ursprünglich für Ende Februar 2026 geplant war. Diese Verschiebung, die am 25.02.2026 bekannt gegeben wurde, verschiebt den legislativen Zeitplan vor den am 03.04.2026 beginnenden Ausschussdiskussionen. Die Verschiebung betont die prozeduralen Anpassungen im Fortschritt des Gesetzes, das nun mit dem geplanten Bundestagsanhörungsschritt übereinstimmt. Wichtige Stakeholder wie die Bundesärztekammer betonen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Überprüfung der Auswirkungen des Gesetzes auf die Apothekenökonomie und den Zugang zu ländlicher Gesundheitsversorgung.

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