Supreme Court prüft Abschaffung des Geburtsortsprinzips in den USA
Der Oberste Gerichtshof der USA wird an diesem Mittwoch über die Frage verhandeln, ob die automatische Staatsbürgerschaft für im Land geborene Kinder abgeschafft werden soll. Die Entscheidung könnte zwar noch Monate auf sich warten lassen, doch sie könnte eine Praxis ändern, die seit über 150 Jahren besteht. Präsident Trump unterzeichnete am ersten Tag einer möglichen zweiten Amtszeit eine Exekutivverfügung, um das Geburtsortsprinzip für Kinder von Migranten zu blockieren, deren Eltern illegal eingereist sind.
Das Geburtsortsprinzip wurde 1868 mit dem 14. Verfassungszusatz Teil der US-Verfassung. Ursprünglich war die Regelung mit kolonialen Bestrebungen verbunden, die Arbeitskräfte zu stärken und die indigene Bevölkerung zahlenmäßig zu übertreffen. Heute gewähren nur noch etwa drei Dutzend Länder automatisch die Staatsbürgerschaft durch Geburt – vor allem in Amerika.
Die öffentliche Meinung bleibt gespalten. Eine Umfrage des Public Religion Research Institute ergab, dass zwei Drittel der Amerikaner das Geburtsortsprinzip unabhängig vom Status der Eltern befürworten. Eine Erhebung von NPR/Ipsos zeigte jedoch ein knapperes Ergebnis: 53 Prozent lehnen eine Abschaffung der Praxis ab, während 28 Prozent dafür sind. Die Ansichten unterscheiden sich deutlich nach Parteizugehörigkeit, ethnischer Herkunft, Alter und den genutzten Nachrichtenquellen.
Mehrere Länder haben in den letzten Jahrzehnten das Geburtsortsprinzip abgeschafft, darunter Irland im Jahr 2005. Sollte der Supreme Court gegen das aktuelle System entscheiden, würde sich die USA dieser wachsenden Liste anschließen.
Das endgültige Urteil des Gerichts könnte die Einwanderungspolitik und langjährige rechtliche Traditionen neu gestalten. Eine Entscheidung wird nicht vor Monaten erwartet. Unabhängig vom Ausgang wird sie Millionen von Familien und die Zukunft der Staatsbürgerschaftsgesetze in den USA beeinflussen.






