Target boykottiert: Gewerkschaft ruft zum Kaufstopp in der Back-to-School-Saison auf
Hannah RichterTarget boykottiert: Gewerkschaft ruft zum Kaufstopp in der Back-to-School-Saison auf
Target steht wegen Umgangs mit Bundesmigrationskontrollen in Minneapolis unter neuem Boykottaufruf
Die Gewerkschaft American Federation of Teachers (AFT) hat ihre 1,8 Millionen Mitglieder aufgerufen, den Einzelhändler während der wichtigen Back-to-School-Saison zu meiden. Gleichzeitig ist der Aktienkurs des Unternehmens in diesem Jahr deutlich gestiegen – trotz eines jüngsten Rückgangs der Umsatzzahlen.
Die AFT kündigte den Boykott an, nachdem sie Targets Reaktion auf Razzia-Aktionen der Migrationsbehörden in Minnesota scharf kritisiert hatte. Gewerkschaftsvertreter warfen dem Konzern vor, Mitarbeiter und Kunden, die von den Kontrollen betroffen waren, nicht ausreichend geschützt zu haben. Da die Einkäufe für den Schulstart bereits laufen, fordert die AFT ihre Mitglieder auf, woanders einzukaufen.
Gemischte Signale bei den Finanzdaten Im vierten Quartal 2025 erzielte Target einen Nettoumsatz von 30,5 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die vergleichbaren Verkäufe sanken um etwa 2,5 Prozent. Dennoch generierte das Unternehmen im Quartal einen operativen Cashflow von 6,56 Milliarden Dollar, während der Jahresumsatz um 1,7 Prozent zurückging.
Aktienkurs trotz Umsatzrückgang im Aufwind Seit Jahresbeginn 2026 ist die Target-Aktie um fast 22 Prozent gestiegen, befeuert von besseren als erwarteten Gewinnen und einem neuen Sanierungsplan. CEO Michael Fiddelke hat eine Wachstumsstrategie vorgestellt, die in diesem Jahr zusätzliche Investitionen in Höhe von 2 Milliarden Dollar vorsieht. Dennoch bleiben Analysten zurückhaltend: Die Aktie (TGT) erhält im Konsens die Einstufung "Halten" mit einem durchschnittlichen Kursziel von 125,19 Dollar.
Derzeit beläuft sich die Marktkapitalisierung von Target auf 54,2 Milliarden Dollar; die Aktie wird mit etwa dem 15-Fachen der vergangenen Gewinne gehandelt. Der Konzern betreibt rund 2.000 Filialen und ein großes Online-Geschäft. Allerdings hatte das Unternehmen bereits eingeräumt, dass ein Boykott in Verbindung mit seinen Diversity-, Equity- und Inclusion-Maßnahmen in der Vergangenheit zu Umsatzeinbußen geführt hatte.
Boykott belastet Target vor wichtiger Verkaufsphase Der Aufruf der AFT setzt das Unternehmen zusätzlich unter Druck, während es sich auf die entscheidende Einkaufszeit vorbereitet. Zwar hat sich die Aktienperformance verbessert, doch das Umsatzwachstum bleibt ungleichmäßig. Mit dem neuen Investitionsplan wird Target in den kommenden Monaten abwägen müssen, wie es finanzielle Erholung und öffentliches Image in Einklang bringt.






