Tausende fordern in Halle faire Löhne und soziale Gerechtigkeit bei Maikundgebung
Mila VoigtTausende fordern in Halle faire Löhne und soziale Gerechtigkeit bei Maikundgebung
Rund 2.500 Menschen versammelten sich in Halle (Saale) zu einer Maikundgebung unter dem Motto „Zuerst unsere Jobs, dann eure Profite“. Die vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) organisierte Veranstaltung bot Reden, Livemusik sowie familienfreundliche Aktivitäten wie eine Hüpfburg und kostenlose Erbsensuppe für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Schon am Vormittag hatte sich ein Demonstrationszug mit etwa 600 Teilnehmenden vom Steintor zum Marktplatz in Bewegung gesetzt. An der Kundgebung beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter politischer Parteien, einzelner Gewerkschaften sowie lokale Amtsträger.
Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags und Politiker der Linken, hielt die Hauptrede. Er kritisierte, dass in wirtschaftlichen Krisenzeiten soziale Errungenschaften der Beschäftigten abgebaut würden, während Unternehmensgewinne unangetastet blieben. Ramelow verteidigte zudem den Acht-Stunden-Tag und warnte vor Versuchen, Arbeitnehmerrechte zu schwächen. Sozialer Schutz sei die stärkste Verteidigung der Demokratie gegen rechtspopulistische Strömungen, betonte er, und verurteilte Kräfte, die die Gesellschaft spalten wollten.
Katharina Brederlow, Halles stellvertretende Oberbürgermeisterin, wies auf die wachsende Belastung des Sozialstaats und die zunehmende Armut in der Stadt hin. Sie kritisierte fehlende faire Löhne und mangelnde Wertschätzung für Pflege- und Sozialkräfte, von denen viele einen Migrationshintergrund hätten. Brederlow argumentierte zudem, dass Ausgaben für militärische Verteidigung nicht auf Kosten sozialer Programme gehen dürften.
Die Demonstration vereinte Arbeiterinnen und Arbeiter, Gewerkschaftsmitglieder sowie lokale Verantwortungsträger, die sich gegen wirtschaftliche Ungleichheit und soziale Kürzungen aussprachen. Die Redner forderten stärkere Arbeitnehmerrechte, gerechtere Löhne und eine geschlossene Front gegen Politiken, die gesellschaftliche Spaltungen vertiefen.






