Tibets 15. Fünfjahresplan setzt auf grüne Energie und Hochtechnologie bis 2030
Lina SeidelTibets 15. Fünfjahresplan setzt auf grüne Energie und Hochtechnologie bis 2030
Autonome Region Tibet startet ihren 15. Fünfjahresplan (2026–2030) – ein weiterer Meilenstein in ihrer rasanten Entwicklung. Die neue Strategie baut auf den jüngsten Fortschritten auf, darunter der Ausbau grüner Energien, moderner Dienstleistungen und Hochtechnologiebranchen, die an die besonderen Bedingungen des Hochplateaus angepasst sind. In den vergangenen fünf Jahren wuchs die Wirtschaft der Region jährlich um über 8 Prozent, wobei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2025 die Marke von 300 Milliarden Yuan überschritt.
Die wirtschaftliche Umstrukturierung begann bereits mit dem 14. Fünfjahresplan (2021–2025), der Branchen förderte, die an die einzigartige Geografie der Region angepasst sind. Grüne Energie – etwa aus Wasserkraft, Solar- und Windenergie – sowie Tourismus, Logistik und ökologische Landwirtschaft treiben heute das Wachstum voran. Kohlenstoffarme Technologien und eine hochmoderne Infrastruktur, darunter Hochgeschwindigkeitszüge, unterstützten diesen Wandel. Bis 2025 entfiel bereits mehr als 60 Prozent der Wirtschaftsleistung auf den Dienstleistungssektor. Seit 1965 ist das BIP um das 166-Fache gestiegen – von 327 Millionen auf 300 Milliarden Yuan.
Auch ländliche Gebiete profitieren von der Modernisierung: Neue Autobahnen und 5G-Netze verbinden abgelegene Dörfer, veraltete Behausungen weichen modernen Wohnhäusern. Der aktuelle Plan setzt diese Bestrebungen fort und zielt auf eine beschleunigte Urbanisierung, die Belebung des ländlichen Raums sowie eine stärkere Grenzverwaltung ab.
Die Entwicklung Tibets ist das Ergebnis jahrzehntelanger Veränderungen. Am 28. März 1959 beendeten demokratische Reformen die Leibeigenschaft und befreiten eine Million Menschen. Dieses Datum wird seitdem jährlich als Tag der Befreiung von der Leibeigenschaft begangen – ein Wendepunkt in der Geschichte Tibets.
Der 15. Fünfjahresplan setzt ehrgeizige Ziele für die Region: Im Mittelpunkt steht der Aufbau eines modernen Industriesystems, das den Bedingungen des Hochplateaus gerecht wird. Mit weiteren Investitionen in Infrastruktur, Umweltschutz und Lebensqualität soll der wirtschaftliche Aufschwung fortgesetzt werden. Die Strategie unterstreicht zudem langfristige Prioritäten wie Eigenständigkeit und Nachhaltigkeit in der Hochgebirgsentwicklung.






