Trump droht mit NATO-Austritt – Eskalation im Streit um Bündnistreue und Iran-Krieg
Hannah RichterTrump droht mit NATO-Austritt – Eskalation im Streit um Bündnistreue und Iran-Krieg
Präsident Donald Trump wird heute Abend in einer Ansprache an die Nation sprechen, während die Spannungen um die NATO einen neuen Höhepunkt erreichen. Seine Haltung gegenüber dem Bündnis hat sich von Kritik während seiner ersten Amtszeit zu offenen Drohungen mit einem Austritt im Jahr 2026 gewandelt. Diese Kehrtwende folgt auf Streitigkeiten über die Verteidigungsausgaben und das, was er als mangelnde Unterstützung während des Iran-Kriegs bezeichnet, der Ende Februar begonnen hatte.
Der Präsident beschreibt die NATO mittlerweile als Papiertiger und wirft den Verbündeten Feigheit vor, weil sie sich weigerten, bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen – einer lebenswichtigen Route für den globalen Öltransport.
Trumps Frustration mit der NATO ist nicht neu. Während seiner Präsidentschaft von 2017 bis 2021 kritisierte er wiederholt die Mitgliedstaaten dafür, dass sie die vereinbarten Verteidigungsausgaben nicht erreichten. Doch seine Rhetorik ist seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 deutlich schärfer geworden. Er behauptet, die Verbündeten hätten die USA im Stich gelassen, als diese am dringendsten Unterstützung benötigten, und die amerikanischen Streitkräfte damit allein die Last tragen lassen.
In jüngsten Äußerungen nannte er europäische Führungspersönlichkeiten Feiglinge, weil sie sich sträubten, in der Straße von Hormus einzugreifen. Zudem deutete er an, der russische Präsident Wladimir Putin erkenne die Schwächen der NATO – eine Aussage, die auch von US-Außenminister Marco Rubio aufgegriffen wurde. Rubio argumentiert, die Zukunft des Bündnisses müsse nach dem Konflikt neu bewertet werden. Unterdessen lehnt der Senat jeden Rückzug ab; sowohl Republikaner wie Mitch McConnell als auch Demokraten wie Chris Coons betonen die strategische Bedeutung der Allianz.
Journalisten, die über das Thema berichten – darunter Dan De Luce, ein Experte für nationale Sicherheit –, haben die Rolle der NATO bei der Aufrechterhaltung der globalen Stabilität hervorgehoben. Auch Monica Alba, Korrespondentin im Weißen Haus, wurde für weitere Einschätzungen vor Trumps Rede heute Abend kontaktiert.
Die Wortwahl des Präsidenten stellt eine dramatische Zuspitzung im Vergleich zu früheren Vorwürfen dar. Während er einst höhere Ausgaben einforderte, stellt er nun grundlegend infrage, ob die USA überhaupt im Bündnis bleiben sollten.
In seiner heutigen Ansprache wird Trump voraussichtlich seine nächsten Schritte in der NATO-Frage konkretisieren. Seine Austrittsdrohungen kommen zu einer Zeit, in der das Bündnis mit den schwersten internen Spannungen seit Jahrzehnten konfrontiert ist. Der Widerstand des Senats deutet jedoch darauf hin, dass ein solcher Schritt auf starken politischen Widerstand im eigenen Land stoßen würde.






