Trumps Regierung setzt auf Militärs statt Diplomaten in heiklen Verhandlungen mit Iran und Russland
Emil LangeTrumps Regierung setzt auf Militärs statt Diplomaten in heiklen Verhandlungen mit Iran und Russland
Die Regierung unter Donald Trump hat in der Diplomatie einen ungewöhnlichen Ansatz gewählt, indem sie hochrangige Militärvertreter zu zentralen internationalen Verhandlungen entsandt hat. Statt auf Karriere-Diplomaten zu setzen, wurden Persönlichkeiten wie Admiral Brad Cooper und Heeresstaatssekretär Dan Driscoll zu Gesprächen mit dem Iran und Russland geschickt. Diese Neuausrichtung stellt einen deutlichen Bruch mit den traditionellen Praktiken der US-Außenpolitik dar.
In Oman nahm Admiral Brad Cooper, Chef des US-Zentralkommandos (CENTCOM), erstmals an indirekten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran teil. Im Mittelpunkt stehen die Entschärfung der Spannungen um das iranische Atomprogramm sowie regionale Sicherheitsfragen. Michael Singh, ein ehemaliger Beamter des Nationalen Sicherheitsrats, argumentierte, Coopers Beteiligung liege vor allem in seiner tiefgreifenden Expertise zu Irans nuklearen Fähigkeiten begründet. Der Verteidigungsexperte Michael O'Hanlon hingegen vermutet, seine Präsenz solle auch die Entschlossenheit der USA unterstreichen und Teheran unter Druck setzen.
Doch die Regierung setzt nicht nur im Iran auf Militärs. Heeresstaatssekretär Dan Driscoll, der als ziviler Spitzenvertreter des Heeres eigentlich eine ungewöhnliche Wahl für diplomatische Missionen darstellt, wurde zu den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine entsandt. Driscoll arbeitet daran, den Dialog mit ukrainischen Offiziellen aufrechtzuerhalten und die Gespräche in Bewegung zu halten. Daneben spielt General Alexus Grynkewich, Kommandeur der US-Luftstreitkräfte im Zentralkommando, seit 2022 eine Schlüsselrolle bei den Deeskalationsbemühungen mit Russland. Er koordiniert tägliche Abstimmungsgespräche mit russischen Gegenübern, um Zwischenfälle im syrischen Luftraum zu vermeiden. Diese Kontakte weiteten sich 2024–2026 aus und mündeten in umfassendere US-russische Vereinbarungen zur Flugsicherheit und Eskalationskontrolle, wie aus Pentagon-Briefings vom März 2026 hervorgeht.
Kritiker hinterfragen den starken Einsatz von Militärs in der Diplomatie durch die Regierung. Die Nahost-Expertin Elisa Ewers warnt, dieser Ansatz spiegle eine übermäßige Abhängigkeit von den Streitkräften bei außenpolitischen Herausforderungen wider. Eliot Cohen, ehemaliger Berater im Außenministerium, verwies jedoch darauf, dass US-Generäle bereits während des Kalten Kriegs an Rüstungskontrollgesprächen mit der Sowjetunion beteiligt waren. Die aktuelle Strategie sei demnach eine Fortführung früherer Praktiken – wenn auch mit einem stärkeren militärischen Fokus.
Die Entscheidung der Trump-Regierung, Militärführer in hochsensiblen diplomatischen Missionen einzusetzen, hat die Art und Weise verändert, wie die USA mit Gegenspielern verhandeln. Coopers Rolle in den Iran-Gesprächen und Driscolls Engagement in den Russland-Ukraine-Verhandlungen unterstreichen den Wandel hin zu militärgeführten Verhandlungen. Ob dieser Kurs zu dauerhaften Abkommen führt oder diplomatische Normen weiter belastet, bleibt abzuwarten.






