Uber verklagt: Gig-Fahrer kämpfen um faire Beschwerdeverfahren nach Sperrungen
Hannah RichterUber verklagt: Gig-Fahrer kämpfen um faire Beschwerdeverfahren nach Sperrungen
Eine kalifornische Interessenvertretung von Gig-Fahrern hat rechtliche Schritte gegen Uber eingeleitet. Die Klage wirft dem Unternehmen vor, betroffenen Fahrern, die plötzlich von der Plattform ausgeschlossen wurden, kein ordnungsgemäßes Beschwerdeverfahren angeboten zu haben. Viele der Betroffenen hatten jahrelang für Uber gearbeitet und eine durchweg positive Leistungsbilanz vorzuweisen.
Die Organisation Rideshare Drivers United, die mehr als 20.000 appbasierte Fahrer vertritt, reichte die Klage gemeinsam mit der Anwältin Shannon Liss-Riordan ein. Die Gruppe argumentiert, Uber verstoße gegen Proposition 22, ein Gesetz, das eine Sonderregelung für Gig-Arbeiter schuf. Zwar räumt das Gesetz begrenzte Sozialleistungen ein, verlangt von den Unternehmen aber auch, ein faires Beschwerdeverfahren für gesperrte Konten bereitzustellen.
Ein Fahrer, Devins Baker, hatte über 18.000 Fahrten mit einer Bewertung von 4,96 absolviert, bevor er ohne Vorwarnung oder Begründung gekündigt wurde. Die Klage besagt, Tausende Fahrer seien auf ähnliche Weise abrupt von der Plattform entfernt worden – oft ohne nachvollziehbaren Grund oder die Möglichkeit, die Entscheidung anzufechten.
Uber wies die Vorwürfe zurück und beharrt darauf, die Vorgaben von Proposition 22 einzuhalten. Das Unternehmen hatte zuvor gedroht, seinen Betrieb in Kalifornien einzustellen, falls das Gesetz gekippt werde. Nun fordert die Klage ein landesweites Urteil gegen Uber und die Einführung eines ordentlichen Beschwerdesystems für die betroffenen Fahrer.
Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Gig-Unternehmen und Arbeitnehmern in Sachen Job-Sicherheit. Proposition 22 sollte zwar Flexibilität mit grundlegenden Schutzrechten verbinden, doch die Fahrer kritisieren, dass die Umsetzung hinter den Versprechen zurückbleibt.
Sollte das Gericht zugunsten der Fahrer entscheiden, könnte Uber gezwungen sein, seine Sperrrichtlinien zu überarbeiten. Ein Urteil würde zudem einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Gig-Unternehmen Kündigungen nach Proposition 22 handhaben müssen. Die Entscheidung wird zeigen, ob betroffene Fahrer künftig die Möglichkeit erhalten, gegen ihre Entlassung Widerspruch einzulegen.






