Ukraine baut erste Brennelementfabrik für mehr energetische Unabhängigkeit
Lina SeidelUkraine baut erste Brennelementfabrik für mehr energetische Unabhängigkeit
Die Ukraine treibt den Bau ihrer ersten Anlage zur Herstellung von Brennelementen für Kernreaktoren voran. Das Projekt soll die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten verringern und die energetische Unabhängigkeit des Landes stärken. Verantwortlich für den Bau in der Region Mykolajiw ist das staatliche Energieunternehmen Energoatom.
Die Initiative zur eigenen Brennelementproduktion begann im Juli 2021, als Energoatom und der US-Konzern Westinghouse ein Kooperationsabkommen unterzeichneten. Im Mittelpunkt der Vereinbarung stand der Aufbau ukrainischer Kapazitäten zur Montage von Kernbrennstoffkomponenten. Westinghouse prüfte und zertifizierte später die Produktionslinien von Energoatom für diesen Zweck.
In den letzten Monaten hat das Projekt wichtige regulatorische Hürden genommen: Eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Machbarkeitsstudie bestätigten die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Anlage. Anschließend durchlief die Projektdokumentation eine staatliche Fachprüfung und erhielt die offizielle Genehmigung. Daraufhin gab das Kabinett der Minister den Startschuss für den Baubeginn.
Die neue Anlage wird Brennelemente für VVER-1000-Reaktoren fertigen, den in der Ukraine am weitesten verbreiteten Reaktortyp. Das Land betreibt insgesamt 15 Reaktoren, darunter sechs im Kernkraftwerk Saporischschja. Langfristig strebt Energoatom an, einen vollständigen Kernbrennstoffkreislauf in der Ukraine aufzubauen.
Mit allen notwendigen Genehmigungen kann Energoatom nun mit der Planung und dem Bau beginnen. Die Anlage wird Brennstoff für die ukrainischen Reaktoren liefern und die Importabhängigkeit verringern. Nach der Inbetriebnahme markiert sie einen bedeutenden Schritt in Richtung energetischer Autarkie des Landes.






