Ukraine wirft Israel vor, gestohlenes Getreide aus besetzten Gebieten importiert zu haben
Emil LangeUkraine wirft Israel vor, gestohlenes Getreide aus besetzten Gebieten importiert zu haben
Die Ukraine wirft zwei israelischen Unternehmen vor, von Russland aus besetzten Gebieten gestohlenes Getreide importiert zu haben. Die mutmaßlich aus der Ostukraine stammende Weizenladung traf im April im Hafen von Haifa ein. Kiew fordert nun Sanktionen und eine Untersuchung des Transports.
Die umstrittene Lieferung begann ihre Reise in besetzten ukrainischen Häfen. Rund 16.500 Tonnen Weizen wurden auf zwei kleinere Schiffe verladen: die Leonid Pastrikov in Berdjansk und die Fedor in Sewastopol. Diese Schiffe überführten das Getreide auf das größere Frachtschiff Abinsk, das daraufhin seine Ortungstransponder abschaltete, um seine Route zu verschleiern.
Am 12. April legte die Abinsk im Hafen von Haifa an und lieferte 43.800 Tonnen Getreide an die Handelsfirma Dizengoff Trading. Ukrainische Behörden behaupten, dass sich unter der Ladung gestohlener Weizen befand, und fordern Labortests zur Überprüfung der Herkunft. Zudem verlangen sie die Beschlagnahmung der Schiffsunterlagen, um das dahinterstehende Betrugsnetzwerk aufzudecken.
Kiew hat weitere Schritte eingeleitet und bei der israelischen Polizei offizielle Beschwerde gegen Dizengoff Trading und Zenziper eingereicht. Die ukrainische Botschaft in Tel Aviv wirft beiden Firmen vor, mit geraubten Agrargütern zu handeln. Das israelische Außenministerium wies die Vorwürfe jedoch mit Verweis auf fehlende Beweise und Informationslücken zurück.
Die Ukraine arbeitet nun mit der EU zusammen, um israelische Unternehmen auf Grundlage internationaler Gesetze zu belangen, die den Handel mit besetzten Gebieten verbieten. Die EU prüft den Fall und könnte Sanktionen gegen die am Getreidehandel Beteiligten verhängen. Israel, das etwa 90 Prozent seines Weizens importiert, ist seit der Invasion 2022 stark von russischen Lieferungen abhängig.
Dizengoff Trading bestreitet jegliches Fehlverhalten und betont, dass das Unternehmen internationale Handelsstandards einhalte und über alle erforderlichen Dokumente verfüge.
Im Mittelpunkt des Streits stehen 16.500 Tonnen Weizen, die angeblich aus der Ostukraine gestohlen und nach Israel verschifft wurden. Kiews Forderung nach Sanktionen und Laboruntersuchungen könnte zu weiteren EU-Maßnahmen gegen die am Handel beteiligten Unternehmen führen. Das Ergebnis könnte auch Israels Getreideimporte beeinflussen, die in hohem Maße von russischen Quellen abhängen.






