03 May 2026, 04:01

Ulrike Nasse-Meyfarth kritisiert Ignoranz gegenüber DDR-Sporterfolgen nach der Wiedervereinigung

Plakat für das Zwölfte Deutsche Turnfest Leipzig 1913, das eine zentrale Gruppe von Menschen und Text über das Ereignis zeigt.

Ulrike Nasse-Meyfarth kritisiert Ignoranz gegenüber DDR-Sporterfolgen nach der Wiedervereinigung

Ulrike Nasse-Meyfarth, zweifache Olympische Goldmedaillengewinnerin für die Bundesrepublik Deutschland, hat sich kritisch zur Behandlung ostdeutscher Athletinnen und Athleten geäußert. Sie wirft der westdeutschen Sportführung vor, durch ihre Haltung seit der Wiedervereinigung den sportlichen Erfolg Deutschlands geschwächt zu haben. Ihre Kritik rückt die seit langem bestehenden Spannungen in den Fokus, wie die Sportgeschichte beider deutscher Staaten erinnert wird.

Nasse-Meyfarth bemängelt, dass die Verantwortlichen im westdeutschen Sport nach der Wiedervereinigung mit Ignoranz und Arroganz reagiert hätten. Statt von den Talentsichtungs- und Fördersystemen der DDR zu lernen, seien diese pauschal abgelehnt worden. Sie ist überzeugt, dass die Übernahme ostdeutscher Nachwuchsstrukturen und Trainingsmethoden die aktuellen Schwierigkeiten Deutschlands im internationalen Wettbewerb hätte verhindern können.

Zudem stellt sie die einseitige Darstellung des DDR-Sports infrage, bei der Athletinnen und Athleten oft auf Klischees wie Doping und Stasi-Verstrickungen reduziert werden. Zwar räumt sie ein, dass es diese Probleme gab, doch empört sie, dass Dopingfälle im westdeutschen Sport vor der Wiedervereinigung kaum thematisiert werden. Diese Ungleichheit in der historischen Aufarbeitung frustriert sie – besonders die mangelnde Würdigung ostdeutscher Meisterleistungen.

Ihre Kritik erstreckt sich auch auf die allgemeine Erinnerungskultur, in der die sportlichen Erfolge Westdeutschlands dominieren. Es sei empörend, dass die Leistungen der DDR-Sportlerinnen und -Sportler weitgehend aus dem öffentlichen Gedächtnis getilgt worden seien. Ohne eine Auseinandersetzung mit beiden Perspektiven, warnt sie, riskiere Deutschland, in der sportlichen Entwicklung alte Fehler zu wiederholen.

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Nasse-Meyfarths Äußerungen zeigen, wie tief die ungelösten Gräben in der deutschen Sportgeschichte noch sind. Sie betont, dass die Ignoranz gegenüber den Systemen und Erfolgen der DDR die sportliche Zukunft des Landes geschwächt habe. Ihr Appell für einen ausgewogeneren Umgang mit der Vergangenheit könnte die deutsche Sicht auf die eigene Sportgeschichte nachhaltig verändern.

Quelle