UN-Resolution erklärt Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschlichkeit – Ghana setzt historisches Zeichen
Mila VoigtUN-Resolution erklärt Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschlichkeit – Ghana setzt historisches Zeichen
Die Vereinten Nationen haben eine historische Resolution verabschiedet, in der der Menschenhandel und die Versklavung von Afrikanern als das schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt werden. Unter der Führung Ghanas wurde der Beschluss mit breiter Unterstützung von 122 Mitgliedstaaten angenommen. Der Widerstand großer Mächte wie der USA, Großbritanniens und der EU konnte die Verabschiedung nicht verhindern.
Ghana hatte die Resolution mit der Nummer A/80/L.48 am 25. März 2026 in die UN-Generalversammlung eingebracht. Der Text stellt fest, dass über 400 Jahre lang Millionen afrikanischer Männer, Frauen und Kinder gewaltsam verschleppt, zur Ware degradiert und unter brutalen Bedingungen transportiert wurden. Diese Taten werden als systematische Verletzung der menschlichen Würde und Souveränität bezeichnet.
Die Resolution betont zudem die Bedeutung der Aufarbeitung historischer Ungerechtigkeiten durch Gerechtigkeit, Menschenrechte und Heilung. Als konkreten Schritt zur Wiedergutmachung der bis heute spürbaren Schäden für Afrikaner und Menschen afrikanischer Abstammung werden Reparationen genannt. Rechtliche und moralische Traditionen, darunter die Kouroukan Fouga (Charta von Manden) aus dem Jahr 1235, werden als Beleg für das Vorrecht von Leben und körperlicher Unversehrtheit über Eigentum herangezogen.
Trotz Druck seitens der USA, Großbritanniens und der EU weigerte sich Ghana, den Entwurf zurückzuziehen. Diese Staaten wandten sich gegen die Formulierung der Sklaverei als "schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und lehnten Forderungen nach Reparationen ab. Ihre Ablehnung konnte die Mehrheit jedoch nicht überzeugen: 122 der 193 UN-Mitgliedstaaten stimmten für die Resolution.
Der Beschluss ist nun Teil einer weltweiten Bewegung für Wiedergutmachungsgerechtigkeit. Er anerkennt die anhaltenden Folgen der Sklaverei und fordert Maßnahmen, die den betroffenen Gemeinschaften Würde und Gleichberechtigung zurückgeben.
Die Annahme der Resolution durch die UN markiert eine offizielle Anerkennung des verheerenden Erbes der Sklaverei. Gleichzeitig schafft sie einen Rahmen für künftige Debatten über Reparationen und historische Verantwortung. Die Abstimmung zeigt, dass die internationale Unterstützung für die Aufarbeitung dieser Ungerechtigkeiten durch konkrete Schritte wächst.






