US-Agrardaten zeigen Rekordbestände bei Getreide – doch Weizenabsatz schwächelt
Emil LangeUS-Agrardaten zeigen Rekordbestände bei Getreide – doch Weizenabsatz schwächelt
Die neuesten Agrardaten aus den USA zeigen steigende Getreidebestände, während der Weizenabsatz jedoch nachlässt. Auch die Finanzmärkte durchlebten ein gemischtes Quartal: Der S&P 500 verlor an Wert, während der US-Dollar aufwertete. Landwirte und Händler warten nun gespannt auf einen wichtigen Regierungsbericht zu den Anbauabsichten.
Zum Ende des ersten Quartals erreichten die US-Sojabestände 3,29 Milliarden Scheffel – ein Anstieg um 6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch die Weizenbestände stiegen und lagen Ende November bei 1,675 Milliarden Scheffel, was einem Plus von 6 % gegenüber dem vorherigen Quartal entspricht. Die Maisvorräte folgten diesem Trend und wuchsen von 1,75 Milliarden Scheffel im November auf 2,56 Milliarden Scheffel bis Februar.
Der Weizenabsatz hingegen blieb hinter den Erwartungen zurück. Bis Ende Februar lag er 14 % unter dem Vorjahresniveau. Zwar herrscht in den USA keine Weizenknappheit, doch gibt es Bedenken hinsichtlich der Qualität von Hartrotwinterweizen in den Southern Plains aufgrund von Dürre und Frostschäden.
An den Finanzmärkten verlor der S&P 500 im Quartal 501 Punkte, was einem Rückgang von 7,3 % entspricht. Gleichzeitig stieg der US-Dollar-Index um 2,11 Punkte (2,1 %), gestützt durch Erwartungen möglicher Zinserhöhungen im Jahr 2026. Auch am Mais-Terminmarkt gab es Bewegungen: Die Spreads zwischen Mai- und Juli-Kontrakten deckten bis Ende des zweiten Quartals 36 % der vollen kommerziellen Lagerkosten ab – ein Anstieg gegenüber 25 % im ersten Quartal.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den "Prospective Plantings"-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), dessen Veröffentlichung für Dienstag, 12 Uhr (Ostküstenzeit), geplant ist. Die Daten werden weitere Klarheit über die Ernteerwartungen für das kommende Jahr liefern.
Die Getreidebestände liegen weiterhin deutlich über den Vorjahreswerten und bieten damit eine Pufferwirkung, trotz des schwächeren Weizenabsatzes. Der anstehende USDA-Bericht wird zeigen, ob die Anbautrends die Versorgungslage entspannen oder weiter belasten könnten. Die Finanzmärkte reagieren unterdessen weiterhin auf sich wandelnde wirtschaftliche Signale und Rohstoffbedingungen.






