US-Nationalparks am Limit: Mehr Besucher, weniger Ranger und wachsende Risiken
Hannah RichterUS-Nationalparks am Limit: Mehr Besucher, weniger Ranger und wachsende Risiken
US-Nationalparks kämpfen mit wachsenden Herausforderungen durch steigende Besucherzahlen und Personalmangel
Die Nationalparks der USA stehen vor immer größeren Problemen: Während die Besucherzahlen steigen, sinkt die Anzahl der Mitarbeiter. Fast 323 Millionen Menschen erkunden die Parks jährlich – doch es gibt immer weniger Ranger, die für ihre Sicherheit sorgen. Aktuelle Vorfälle, von langen Warteschlangen im Yosemite-Nationalpark bis hin zu Wassermangel im Death-Valley-Nationalpark, zeigen die Überlastung des Systems.
Der National Park Service hat seit Beginn der Amtszeit von Donald Trump fast ein Viertel seiner Belegschaft verloren. Die Haushaltspläne für 2027 sehen den Abbau von weiteren 3.000 Stellen vor, was die Personalknappheit noch verschärfen würde. Mit weniger Rangern im Einsatz warnt die National Parks Conservation Association vor Verzögerungen bei der Hilfe für dehydrierte, verlorene oder in Not geratene Wanderer.
In den Frühlingsferien mussten Familien bis zu zwei Stunden warten, um in den Yosemite-Nationalpark zu gelangen. Im North-Cascades-Nationalpark blieb ein Besucherzentrum am See wegen Personalmangels geschlossen. Im Death Valley wurde die Wasserversorgung in zwei Campingplätzen abgestellt, sodass Touristen ohne grundlegende Versorgung auskommen mussten.
Innenministerin Deb Haaland kündigte an, 5.500 Saisonkräfte für neun statt wie bisher sechs Monate einzustellen. Doch es bleibt unklar, ob dies ausreicht. Parkaktivisten befürchten, dass sich die Lage im Sommer weiter verschärft, wenn die Besucherzahlen ihren Höhepunkt erreichen und die Personalengpässe noch kritischer werden.
Auch der grenzüberschreitende Reiseverkehr ist unter der aktuellen Regierung zurückgegangen. Die Zahl der kanadischen Autofahrten in die USA sank im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 35 Prozent – ein weiterer finanzieller Druck für Parks, die auf internationalen Tourismus angewiesen sind.
Die Kombination aus steigenden Besucherzahlen und schrumpfendem Personal führt bereits jetzt zu Verzögerungen, Schließungen und Sicherheitsrisiken. Ohne mehr fest angestellte Ranger könnten die Parks im Hochbetrieb Notfälle nur schwer bewältigen oder grundlegende Dienstleistungen anbieten. Die geplanten Saisonkräfte bringen zwar etwas Entlastung, doch langfristige Lösungen sind noch ungewiss.






