VAE führen 2027 verpflichtende E-Rechnungen ein – doch die meisten Firmen sind unvorbereitet
Lina SeidelVAE führen 2027 verpflichtende E-Rechnungen ein – doch die meisten Firmen sind unvorbereitet
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) führen ab 2027 ein verpflichtendes E-Rechnungssystem ein. Damit entfallen Papier- und PDF-Rechnungen zugunsten strukturierter, digitaler Formate. Doch die meisten Unternehmen haben noch nicht mit den Vorbereitungen für die Umstellung begonnen.
Die Einführung erfolgt schrittweise und startet am 1. Januar 2027 für Firmen mit Jahresumsätzen von über 50 Millionen Dirham. Im dezentralen Modell werden Rechnungen über die Unternehmenssysteme erstellt, von zugelassenen Dienstleistern (Accredited Service Provider, ASP) validiert und an die Bundessteuerbehörde (Federal Tax Authority, FTA) übermittelt. Bis zum 1. Juli 2026 müssen Unternehmen einen ASP auswählen, auch wenn die vollständige Umsetzung erst im Folgejahr beginnt.
Experten warnen, dass Verzögerungen bei der Vorbereitung zu Betriebsstörungen führen könnten, sobald das System verpflichtend wird. Unternehmen wird geraten, ihre E-Rechnungsprojekte sorgfältig zu planen – von der Datenanalyse über die Auswirkungen auf das Geschäft bis hin zur Auswahl der Anbieter. Allein 2025 verarbeiteten die VAE 139,55 Millionen Zahlungen im Wert von über 25,9 Billionen Dirham, von denen viele noch auf manuelle Rechnungsstellung angewiesen sind.
Die Maßnahme folgt einem globalen Trend, da die Nutzung von E-Rechnungen rasant zunimmt. Saudi-Arabien verarbeitete 2025 über 8,2 Milliarden E-Rechnungen, weltweit wurden 2024 mehr als 125 Milliarden ausgestellt. Trotz dieser Dynamik haben rund 90 Prozent der Unternehmen in den VAE noch nicht mit der Umstellung auf das neue System begonnen.
Die Frist bis Juli 2026 dient vor allem der Vorbereitung, nicht der vollständigen Implementierung. Wer frühzeitig einen Dienstleister auswählt und seine Systeme anpasst, kann sich besser auf den Start 2027 einstellen. Unternehmen, die sich nicht rechtzeitig vorbereiten, riskieren operative Herausforderungen, sobald die E-Rechnungspflicht in Kraft tritt.






