Vatikan fordert weltweites Leihmutterschafts-Verbot zum Schutz von Frauen und Kindern
Emil LangeVatikan fordert weltweites Leihmutterschafts-Verbot zum Schutz von Frauen und Kindern
Der Vatikan hat seine scharfe Ablehnung von Leihmutterschaft erneuert und fordert ein weltweites Verbot, um Frauen und Kinder zu schützen. Bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen bezeichnete Erzbischof Gabriele G. Caccia die Praxis als ausbeuterisch und moralisch schädlich. Er argumentierte, Leihmutterschaft verletze die Menschenwürde und untergrabe familiäre Bindungen – unabhängig von gesetzlichen Regelungen.
Das rasante Wachstum der Branche – mit einem Marktvolumen von 22,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 und einer Prognose von 202 Milliarden bis 2034 – hat die Sorgen um die Verwundbarkeit verarmter Frauen und die Kommerzialisierung von Kindern verschärft.
Erzbischof Caccia, der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, betonte, Leihmutterschaft reduziere Kinder zu "Produkten" und ausbeute Mütter. Er griff damit eine frühere Warnung von Papst Leo auf, wonach die Praxis Kindern das Recht nehme, in Liebe gezeugt zu werden und ihre Eltern zu kennen. Viele Frauen, insbesondere in Armut, gingen solche Vereinbarungen aus finanzieller Not ein – teils unter Zwang.
Die Haltung der katholischen Kirche entspricht ihrer 1987 veröffentlichten Instruktion Donum Vitae, die Leihmutterschaft als Angriff auf die Einheit der Ehe und die Würde der menschlichen Fortpflanzung verurteilt. Der Vatikan besteht darauf, dass selbst strenge Gesetze die grundlegenden ethischen Probleme nicht lösen, da Ausbeutung auch in regulierten Systemen fortbestehe.
Mehrere Länder haben bereits vollständige Verbote erlassen. In Deutschland ist Leihmutterschaft durch das Embryonenschutzgesetz untersagt, während Italien auch im Ausland geschlossene Verträge ebenso hart ahndet wie inländische Fälle. Die Slowakei zog im März 2026 nach und verstärkte damit den Druck auf ein globales Verbot.
Die Kampagne des Heiligen Stuhls zielt auf die vollständige Abschaffung von Leihmutterschaft ab und begründet dies als notwendigen Schritt, um Frauen und Kinder vor Ausbeutung zu schützen. Angesichts des rasanten Branchenwachstums unterstreicht der Aufruf zu einem weltweiten Verbot die Spannung zwischen kommerziellen Interessen und ethischen Bedenken. Länder wie Deutschland, Italien und die Slowakei haben bereits strenge Verbote verhängt und setzen damit ein Zeichen für weitergehende Maßnahmen.