Verurteilter Mörder flieht während Hafturlaubs – und wird nach Unfall in Italien gefasst
Emil LangeVerurteilter Mörder flieht während Hafturlaubs – und wird nach Unfall in Italien gefasst
Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter, Benjamin F., ist während eines begleiteten Ausgangs aus dem Gefängnis Celle in Peine geflohen. Der Vorfall wirft Fragen auf, nachdem die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen Unverständnis darüber geäußert hat, wie es dazu kommen konnte.
Benjamin F. hatte vor seiner Flucht bereits 38 begleitete Ausgänge erhalten. Nach Paragraf 13 des Niedersächsischen Justizvollzugsgesetzes können selbst verurteilte Mörder Lockerungen gewährt werden, sofern sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Er hatte mehr als acht Jahre seiner Haftstrafe verbüßt und damit die Mindestdauer für solche Privilegien erfüllt.
Die Gefängnisbehörden stützen sich bei der Bewertung des Flucht- oder Rückfallrisikos auf eine faktenbasierte Verhaltensprognose. Im Fall von Benjamin F. kam die Einschätzung zu dem Schluss, dass weder eine Flucht noch ein missbräuchlicher Gebrauch des Ausgangs zu erwarten sei. Während seines letzten Ausgangs besuchte er seine Mutter in Vöhrum, bevor er mit seinem Motorrad floh.
Seine Flucht endete nach einem Verkehrsunfall in Italien. Die Polizei nahm ihn später nach dem Unfall wieder fest. Der Vorfall hat Kritik von politischen Gruppen in Niedersachsen ausgelöst. Benjamin F. befindet sich mittlerweile wieder in Haft. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Risiken und Abläufe bei Haftlockerungen für langjährige Gefangene.






