Vier Männer wegen jahrelanger Zwangsarbeit und Menschenhandels vor Gericht
Hannah RichterVier Männer wegen jahrelanger Zwangsarbeit und Menschenhandels vor Gericht
Vier Männer sind wegen Menschenhandels und Computerbetrugs angeklagt worden – in einem Fall, der jahrelange Zwangsarbeit umfasst. Die Beschuldigten, darunter ein 60-jähriger Mann und seine drei erwachsenen Söhne, sollen ein älteres Ehepaar fast vier Jahre lang gegen dessen Willen festgehalten haben. Die erste Verhandlung vor dem Kreisgericht Pärnu ist für den 27. April angesetzt.
Die Opfer, ein Rentnerpaar, wurden zu schwerer körperlicher Arbeit ohne Lohn gezwungen. Zu ihren Aufgaben gehörten das Schlagen von Brennholz und das Verpacken von Pferdemist, den die Angeklagten anschließend gewinnbringend verkauften. Durch die Ausbeutung erzielten die Männer kriminelle Gewinne in Höhe von etwa 150.000 Euro.
Die Opfer mussten unter unzumutbaren Wohnbedingungen leben und erhielten nicht ausreichend Nahrung. Ihre Ausweisdokumente wurden eingezogen, und der Kontakt zu Angehörigen wurde ihnen verwehrt. Ohne Zugang zu Telefonen oder eigenes Einkommen hatten sie keine Möglichkeit, Hilfe zu suchen.
Der Hauptbeschuldigte, Peeter Kaares, ist bereits in den 1990er-Jahren wegen Steuerhinterziehung vorbestraft. Die Ermittler werfen ihm und seinen Söhnen vor, die Freiheit der Opfer systematisch eingeschränkt und sie unter extremen Entbehrungen zur Arbeit gezwungen zu haben.
Der Prozess beginnt am 27. April. Den Angeklagten drohen Verurteilungen wegen Menschenhandels und Computerbetrugs. Bei einer Verurteilung könnten sie zur Entschädigung der Opfer sowie zur Herausgabe der durch Ausbeutung erlangten 150.000 Euro verpflichtet werden. Das Gericht wird über das volle Ausmaß ihrer strafrechtlichen Verantwortung entscheiden.






