Vier-Tage-Woche: Warum immer mehr Länder kürzere Arbeitszeiten testen
Lina SeidelVier-Tage-Woche: Warum immer mehr Länder kürzere Arbeitszeiten testen
Weltweit gewinnt die Forderung nach einer Vier-Tage-Woche an Fahrt. Steigende Energiekosten und geopolitische Spannungen haben die Diskussion über kürzere Arbeitszeiten beschleunigt. Mindestens acht Länder haben das Modell bereits erprobt oder eingeführt – jedes mit unterschiedlichen Zielen.
Länder wie Sri Lanka, die Philippinen und Pakistan sind auf die Vier-Tage-Woche umgestiegen, um Energiekosten zu sparen. Die Philippinen und Pakistan hatten mit Treibstoffknappheit zu kämpfen, die auf die Blockade der Straße von Hormus 2026 zurückging – da bot sich die verkürzte Arbeitswoche als praktische Lösung an. Schottland, Belgien und Island hingegen konzentrierten sich in ihren Versuchen 2024 auf eine bessere Work-Life-Balance und die Reduzierung von Stress.
Der Wandel erhielt Auftrieb, nachdem die Pandemie flexibles Arbeiten zur Norm gemacht hatte. Doch Experten warnen: Nicht alle Jobs profitieren davon. Körperlich anstrengende oder kundenorientierte Tätigkeiten könnten unter verdichteten Arbeitszeiten sogar mehr Stress und ein höheres Unfallrisiko mit sich bringen. Dr. Wladislaw Rivkin von der Trinity Business School argumentiert, dass die dauerhafte Umgestaltung der Arbeitswoche schwieriger umzusetzen sei als der Wechsel ins Homeoffice.
Große Unternehmen mit gut ausgebauten Personalabteilungen sind auf die Veränderung besser vorbereitet. Kleinere Betriebe könnten mit Planung und Umsetzung hadern. Zwar haben einige Länder Fortschritte gemacht, doch die langfristigen Auswirkungen bleiben unklar.
Die Debatte um die Vier-Tage-Woche entwickelt sich weiter. Studien untersuchen weiterhin, wie sie sich auf Produktivität und das Wohlbefinden der Beschäftigten auswirkt. Bislang bleiben Energiesparen und Work-Life-Balance die wichtigsten Treiber hinter dem Wandel.






