09 May 2026, 06:01

Vom DDR-Erbe zum lebendigen Gemeinschaftsort: Berlins Haus der Statistik erwacht

Alte Karte von Berlin, Deutschland, mit dem Ausstellungs-Park-Plan, auf Papier gedruckt mit zusätzlichem Text.

Vom DDR-Erbe zum lebendigen Gemeinschaftsort: Berlins Haus der Statistik erwacht

Ein längst verlassenes Bürogebäude in Berlin-Mitte wird zu einem lebendigen Gemeinschaftsort umgestaltet. Das Haus der Statistik, das einst dem Abriss geweiht war, soll künftig kulturelle Projekte, soziale Einrichtungen und bezahlbare Arbeitsräume beherbergen. Am Dienstag gaben Behörden mit einer symbolischen Schlüsselübergabe den Startschuss für die Sanierungsarbeiten.

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Die Geschichte des Ortes ist vielschichtig: Bevor das Haus der Statistik zwischen 1968 und 1970 erbaut wurde, befand sich hier ein jüdisches Altenheim, das unter der NS-Herrschaft enteignet worden war. Später nutzte die DDR das Gebäude als zentrale Statistikbehörde. Nach der Wiedervereinigung stand es über ein Jahrzehnt leer – bewohnt nur von Vögeln und Fledermäusen.

Pläne für einen Abriss wurden 2017 nach Protesten von Künstlern und Aktivisten verworfen, die sich für den Erhalt einsetzten. Das Gebäude ging in Landesbesitz über, und die Bundesregierung stellte seitdem 3,27 Millionen Euro für die Umnutzung bereit. Ziel ist ein Ort „von allen für alle“ bis zum Jahr 2032.

Gebäude A wird zum ersten aktiven Zentrum des Projekts. Hier ziehen die Berliner Stadtmission, die Asylrechtsberatung der AWO sowie verschiedene Kunstkollektive ein. Die Räume werden genossenschaftlich verwaltet, um die Kosten niedrig zu halten. Die ersten sechs Stockwerke werden derzeit saniert; die Arbeiten begannen in dieser Woche.

An der Eröffnung nahmen Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) und Berlins Senator für Stadtentwicklung, Christian Gaebler (CDU), teil. Beide betonten die Bedeutung des Projekts für sozialen Austausch, Kultur und geteilte Ressourcen.

Das Haus der Statistik wird Künstler, Sozialarbeiter und lokale Initiativen unter einem Dach vereinen. Die Sanierung läuft bereits – im ersten Schritt steht Gebäude A im Fokus. Bis 2032 soll der Standort zu einem dauerhaften Ort für gemeinwohlorientierte Aktivitäten im Herzen Berlins werden.

Quelle