02 May 2026, 06:33

Vom Pflug zur Hightech: Wie sich Portugals Landwirtschaft radikal veränderte

Eine detaillierte Karte der Provinzen und Städte Portugals auf einem alten Buch mit zusätzlichem Text.

Vom Pflug zur Hightech: Wie sich Portugals Landwirtschaft radikal veränderte

Portugals Landwirtschaft hat in den letzten fünf Jahrzehnten tiefgreifende Veränderungen durchlaufen. Noch vor wenigen Generationen geprägt von Handarbeit und kleinbäuerlichen Betrieben, setzt der Sektor heute auf Technologie, Bewässerungssysteme und eine schrumpfende, aber überalterte Belegschaft. Diese Wandlungen wurden durch politische Reformen, EU-Investitionen und den Druck angetrieben, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts arbeitete noch mehr als 30 Prozent der portugiesischen Erwerbsbevölkerung in der Landwirtschaft. Die meisten Höfe bewirtschafteten ihr Land ohne Maschinen, stützten sich auf Subsistenzwirtschaft und saisonale Arbeitskräfte. Löhne wurden pro Ernte gezahlt, und lange Arbeitszeiten waren alltäglich.

Ein entscheidender Einschnitt erfolgte mit der Agrarreform der 1970er-Jahre. Landarbeiter übernahmen die Kontrolle über die Bewirtschaftung, und neue Regelungen wurden eingeführt. Monatsgehälter lösten die saisonale Bezahlung ab, und der Acht-Stunden-Tag setzte sich durch. Doch die Reform erlitt einen Rückschlag, als das Lei Barreto von 1977 viele Landbesetzungen rückgängig machte – was zu Konflikten in ländlichen Regionen führte.

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Der EU-Beitritt 1986 brachte entscheidende Fördergelder, die den Sektor umgestalteten. Projekte wie der Alqueva-Staudamm erweiterten die Bewässerungsmöglichkeiten und steigerten die Produktivität. Technologie rückte in den Mittelpunkt und verringerte die Abhängigkeit von manueller Arbeit. In dieser Phase entstanden Kollektive Produktionseinheiten (UPTs) sowie über 500 Genossenschaften, vor allem in den Regionen Alentejo und Ribatejo.

Heute sind nur noch etwas mehr als 3 Prozent der portugiesischen Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt. Der Sektor ist inzwischen stark von ausländischen Arbeitskräften abhängig, die 60 Prozent der landwirtschaftlichen Belegschaft stellen. Trotz der Modernisierung bleibt die Branche die mit der ältesten Belegschaft Europas.

Die letzten 50 Jahre haben die portugiesische Landwirtschaft von einer arbeitsintensiven Branche zu einem mechanisierteren, exportorientierten Sektor gewandelt. Bewässerung, EU-Förderung und technologische Fortschritte haben die Erträge gesteigert, doch die Zahl der Beschäftigten geht weiter zurück. Angesichts einer alternden Bevölkerung und der Abhängigkeit von Migranten wird die Zukunft des Sektors von weiterer Anpassungsfähigkeit abhängen.

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