Vom Todesstreifen zum Radweg: Wie Berlins Mauerroute entstand
Vor über drei Jahrzehnten startete eine Initiative, den ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer in eine Radroute umzuwandeln. Umwelt- und Verkehrsverbände, darunter die Grünen, unterstützten die Idee von Anfang an. Ziel des Projekts war es, einen durchgehenden Weg entlang der historischen Grenze zu schaffen.
Die Arbeiten an der Radstrecke begannen im August 1990, kurz nach der Wiedervereinigung. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) handelte frühzeitig und markierte zwischen den beiden Mauern in Neukölln Radwegspuren auf dem Asphalt.
Im November 2000 trieb die Grünen-Fraktion das Vorhaben voran, indem sie im Berliner Abgeordnetenhaus einen Antrag einbrachte. Sie schlugen vor, den städtischen Abschnitt des ehemaligen Zollstreifens als öffentlichen Weg auszuweisen. Das Abgeordnetenhaus stimmte dem Antrag im April 2001 zu.
Michael Cramer spielte eine zentrale Rolle bei der Förderung der Route. 2001 startete er die ersten geführten Touren entlang des Mauerstreifens. Im selben Jahr veröffentlichten die Grünen eine kleine Broschüre, die als Vorläufer des Berliner-Mauer-Radweg-Führers galt. Cramer erweiterte und aktualisierte den Führer später; die 11., überarbeitete Auflage erschien 2025.
Die Kampagne erhielt breite Unterstützung von Umwelt- und Verkehrsinitiativen. Der ADFC-Aufruf für einen durchgehenden Radweg entlang des ehemaligen Grenzstreifens vereinte viele Gruppen. Heute steht die Route als bleibendes Denkmal der Stadtgeschichte.
