Warum die Union in Umfragen abstürzt – und was wirklich dahintersteckt
Lina SeidelWarum die Union in Umfragen abstürzt – und was wirklich dahintersteckt
Union in Umfragen auf Talfahrt – die Gründe reichen weit über Migration und Sozialpolitik hinaus
Die CDU/CSU kämpft in den Umfragen – und die Gründe dafür gehen weit über die Themen Migration und Sozialleistungen hinaus. Viele gingen davon aus, dass eine Verschärfung der Kontrollen in diesen Bereichen der AfD die Grundlage entziehen würde. Doch die Anziehungskraft der Rechtspopulisten wächst ungebremst. Laut Andreas Radtke, einem führenden Vertreter der Union, liegt der Niedergang in tieferliegenden Problemen begründet – und im Scheitern, Versprechen einzulösen.
Andreas Radtke, Stellvertreter des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, übt scharfe Kritik an der eigenen Partei und ihrer Haltung im aktuellen politischen Klima. Die jüngsten Äußerungen von Jens Spahn über Caren Miosga bezeichnete er als "katastrophal": Eine Rhetorik des nationalen Niedergangs passe nicht zu Spahns Image als pragmatischer Macher. Radtke ist überzeugt, dass solche Aussagen der AfD nur weiteren Auftrieb verleihen, indem sie das Krisengefühl in der Bevölkerung verstärken.
Die AfD inszeniert sich längst als "Untergangsprophet" und profitiert von der öffentlichen Verunsicherung. Doch Radtke sieht die eigentlichen Sorgen der Wähler und Unternehmen woanders: explodierende Energiekosten, brüchige Lieferketten, Fachkräftemangel und eine überbordende Bürokratie. Den Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder, das Kündigungsschutzrecht zu reformieren, hält er für eine Ablenkung von den drängenden Problemen.
Radtke fordert, die Union müsse sich aus der reaktiven Politik befreien. Statt die Krisenerzählungen der AfD zu spiegeln, solle die Partei endlich eine klare christlich-demokratische Zukunftsvision vorlegen. Die Menschen, so Radtke, verlangten nach Führung, Orientierung und praktischen Lösungen – nicht nach noch mehr Schwarzmalerei.
Die schlechten Umfragewerte der CDU/CSU spiegeln eine grundsätzliche Unzufriedenheit wider: mit gebrochenen Versprechen und dem Fehlen zukunftsweisender Konzepte. Radtkes Aussagen unterstreichen, dass die Partei den Fokus weg von der Migrationsdebatte und hin zu greifbaren Wirtschafts- und Strukturreformen lenken muss. Ohne eine überzeugende Perspektive riskiert die Union, der AfD weiter Terrain zu überlassen.






