19 April 2026, 18:34

Weißer Turm in Ekaterinburg steht zur Versteigerung – droht dem Denkmal der Verfall?

Altes Schwarz-Weiß-Foto eines Gebäudes mit Rundbogenfenstern und skulpturalen Verzierungen an seiner Fassade, beschriftet mit 'Architektur' unten.

Weißer Turm in Ekaterinburg steht zur Versteigerung – droht dem Denkmal der Verfall?

Der Weiße Turm, ein historischer konstruktivistischer Wasserturm im Ekaterinburger Stadtteil Uralmasch, steht nun zur Versteigerung. Die russische Wohnraumförderagentur Dom.RF hat das Denkmal in ihr Angebot aufgenommen – eine Entscheidung, die bei lokalen Aktivisten Besorgnis auslöst. Sie warnen, dass das Bauwerk ohne einen Käufer dem Verfall preisgegeben werden könnte.

Der zwischen 1929 und 1931 errichtete Weiße Turm diente lange als kultureller Anziehungspunkt. Hier fanden Ausstellungen statt, ebenso Veranstaltungen wie die Uraler Industrie-Biennale oder die Lange Nacht der Museen. Allein 2024 besichtigten über 1.500 Menschen das Innere des Turms – wenn auch nur in kleinen Gruppen von maximal 15 Personen und ausschließlich bei warmem Wetter.

Derzeit wird der Turm von der Architektur-Initiative "Podelniki" auf eigene Kosten instand gehalten. Die Gruppe übernimmt Sicherheit, Stromversorgung und Führungen. Trotz dieses Engagements befindet sich das Bauwerk in einem zufriedenstellenden Zustand und benötigt lediglich regelmäßige Instandhaltungsarbeiten.

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Aktivisten fürchten nun, die Versteigerung könnte den Turm ohne einen soliden Investor zurücklassen. Als abschreckendes Beispiel nennen sie das Schicksal eines weiteren Denkmals in Uralmasch: das Gebäude in der Iljitscha-Straße 2. Dort scheiterten Investitionsbemühungen, woraufhin das Objekt verfiel. Die Kunsthistorikerin Elisaweta Lichatschowa unterstützt die Forderungen an Dom.RF, den Verkauf zu überdenken, und verweist auf den kulturellen und architektonischen Wert des Turms.

Die Zukunft des Weißen Turms bleibt ungewiss. Sollte sich kein Käufer finden, droht dem Wahrzeichen trotz seines derzeit stabilen Zustands der Verfall. Die Entscheidung wird zeigen, ob der Ort als kultureller Begegnungsort erhalten bleibt – oder ob ihm die Aufgabe droht.

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