Wellingtons Wasserpreise steigen drastisch – doch wofür fließt das Geld wirklich?
Hannah RichterWellingtons Wasserpreise steigen drastisch – doch wofür fließt das Geld wirklich?
Wellingtons Wasserversorgung steht vor tiefgreifenden Veränderungen, da die neue Organisation Tiaki Wai die Verantwortung von Wellington Water übernimmt. Die neue Behörde erbt eine marode Infrastruktur: Viele Abwassersysteme sind in schlechtem Zustand, und Kläranlagen erfüllen häufig nicht die geforderten Standards. Für die Einwohner bedeutet das bald höhere Kosten – allein in diesem Jahr steigen die Gebühren für manche Haushalte um fast 15 Prozent.
Der Wechsel zu Tiaki Wai folgt auf Jahre der Unterfinanzierung und verschobener Instandhaltungsarbeiten. Drei Viertel der Kläranlagen in der Region entsprechen nicht den Vorschriften, wobei einige Probleme bereits seit über einem Jahrzehnt bestehen. Eine dringende Priorität ist die Reparatur des Kläranlage Moa Point, die im Februar einen schweren Ausfall erlitten hatte.
Bisher wurden die Wassergebühren über die kommunalen Grundsteuern abgerechnet – im Schnitt etwa 2100 Neozealand-Dollar pro Haushalt und Jahr. Doch diese Mittel reichten bei Weitem nicht aus, um den langfristigen Bedarf zu decken. Ab Juli erhalten die Wellingtoner getrennte Quartalsrechnungen und müssen neue Zahlungen an Tiaki Wai einrichten. Die erste Erhöhung um 14,7 Prozent wird die durchschnittlichen Jahreskosten um rund 310 Dollar steigern.
Weitere Anpassungen sind geplant: Für 2027–2028 ist ein Sprung um 28 Prozent vorgesehen. Bis 2036 könnten sich die Gebühren mehr als verdoppeln und auf 6831 Dollar pro Jahr klettern. Ziel des neuen Systems ist es, dringende Risiken zu bekämpfen, da viele Anlagen in schlechtem Zustand sind und ausfallgefährdet.
Landweit kämpft die Abwasserinfrastruktur mit ähnlichen Problemen. Die Hälfte der unterirdischen Netze wird als "sehr schlecht", "schlecht" oder "unbekannt" eingestuft, während 60 Prozent der 330 öffentlichen Kläranlagen innerhalb der nächsten zehn Jahre eine neue Genehmigung benötigen. Neue nationale Standards, die Ende 2025 eingeführt werden, sollen die Genehmigungskosten um 40 bis 60 Prozent senken und die Laufzeit von Genehmigungen auf 35 Jahre verlängern. Allerdings fehlen nach wie vor detaillierte Daten zu Überläufen oder aktuellen regionalen Fortschritten.
Die Umstellung bedeutet zwar höhere Belastungen für die Haushalte in Wellington, doch Tiaki Wai betont, dass die Investitionen notwendig sind, um die maroden Systeme zu sanieren. Angesichts der stark steigenden Kosten in den kommenden zehn Jahren muss die Organisation nun messbare Verbesserungen bei der Zuverlässigkeit der Infrastruktur und der Einhaltung der Standards vorweisen. Die ersten separaten Rechnungen treffen im Juli ein – der Startschuss für eine langfristige Reform der Finanzierung.






