Wie ein gescheitertes Fallout-MMO den Weg für Fallout 76 ebnete
Die Idee für ein Fallout-MMO reicht mehr als ein Jahrzehnt zurück – lange bevor Fallout 76 das Konzept Realität werden ließ. Matt Firor, eine prägende Figur im Bereich der Onlinespiele, schlug bereits 2007 ein Mehrspieler-Fallout vor – doch juristische Auseinandersetzungen und unternehmerische Umbrüche vereitelten das Projekt. Heute hat seine frühe Vision indirekt Bethesdas Umsetzung einer geteilten Fallout-Welt mitgeprägt.
2007, damals noch als Direktor bei ZeniMax, präsentierte Firor Brash Entertainment ein Fallout-MMO. Der Vorschlag scheiterte, nachdem Interplay, der ursprüngliche Publisher von Fallout 1 und 2, zwar Finanzierung versprach, diese aber nie bereitstellte. Bis 2009 hatte Firor sich bereits The Elder Scrolls Online zugewandt, das nach sieben Jahren Entwicklung 2014 erschien.
Unterdessen gerieten Bethesda und Interplay in einen Rechtsstreit um Fallout Online. Zwar hatte Bethesda Interplay zunächst die Rechte belassen, doch es folgten Klagen. 2012 endete der Konflikt mit einem außergerichtlichen Vergleich: Interplay verlor sämtliche Rechte zur Entwicklung eines Fallout-MMO. Nur vier Wochen nach Firors ursprünglichem Pitch sicherte sich Bethesda die volle Kontrolle über die Marke.
Jahre später wurde Fallout 76 zur nächstbesten Annäherung an ein echtes Fallout-MMO. Firor, der heute in den Credits des Spiels erscheint, trug nicht wegen seiner MMO-Erfahrung bei, sondern dank seines Wissens über West Virginia – den Schauplatz von Fallout 76. Trotz des gescheiterten eigenen Projekts äußerte er sich positiv über das Endergebnis.
Der Weg zu Fallout 76 war von Rechtskämpfen und verworfenen Plänen geprägt. Firors frühe Idee wurde nie umgesetzt, doch Bethesdas Version eines Mehrspieler-Fallout gilt heute als maßgebliche Interpretation. Die Verbindung des Spiels zu West Virginia – und Firors indirekter Einfluss – bleibt ein kleines, aber bemerkenswertes Detail seiner Geschichte.






