Wien und Niederösterreich liefern sich erbitterten Streit um Krankenhauskosten für Krebspatienten
Lina SeidelWien und Niederösterreich liefern sich erbitterten Streit um Krankenhauskosten für Krebspatienten
Finanzstreit zwischen Wien und Niederösterreich um Krankenhausbehandlungen spitzt sich weiter zu
Der Konflikt zwischen Wien und Niederösterreich über die Finanzierung von Krankenhausbehandlungen verschärft sich zunehmend. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer die Kosten für Patienten übernehmen soll, die außerhalb ihrer Heimatregion behandelt werden. Wien fordert nun ein klareres System, um die anhaltenden Meinungsverschiedenheiten beizulegen.
Jährlich behandeln Wiener Krankenhäuser rund 12.000 Krebspatienten aus Niederösterreich. Davon erhalten etwa 2.300 eine Chemotherapie, weitere 2.800 werden operiert. Die Stadt argumentiert, dass sie gemäß dem Finanzausgleichsabkommen diese Kosten tragen müsse – obwohl die Patienten woanders gemeldet sind.
Niederösterreich hingegen finanziert das Krebsbehandlungszentrum MedAustron, das Patientinnen und Patienten aus Wien und anderen Regionen versorgt. Rund 25 Prozent der MedAustron-Patienten kommen aus der Hauptstadt; etwa 90 Wiener lassen sich dort jährlich behandeln.
Das Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) setzt auf spezialisierte Tumorboards, um präzise Krebserkrankungen zu diagnostizieren. Dennoch sieht die Stadt ein "strukturelles Ungleichgewicht" in der Finanzierung. Zwar werden die Mittel der Sozialversicherung bundesweit zusammengefasst, doch die Gelder für stationäre Behandlungen richten sich nach dem Wohnort der Patienten – nicht nach dem Behandlungsort.
Die Stadtverantwortlichen drängen auf eine "faktenbasierte Lösung", um das Finanzierungssystem anzupassen. Die aktuellen Regelungen, so die Kritik, spiegelten nicht die tatsächliche Verteilung der medizinischen Leistungen wider.
Der Streit zeigt die finanzielle Belastung der Wiener Krankenhäuser, die tausende Patienten aus anderen Regionen behandeln. Da beide Seiten auf unterschiedliche Finanzierungsmodelle setzen, müsste eine Einigung klären, wie die Kosten fair aufgeteilt werden. Bis dahin bleibt der Konflikt über grenzüberschreitende Gesundheitszahlungen ungelöst.






