21 March 2026, 20:01

Wirtschaftselite öffnet sich vorsichtig der AfD – trotz politischer Blockade

Deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa.

Wirtschaftselite öffnet sich vorsichtig der AfD – trotz politischer Blockade

Immer mehr deutsche Wirtschaftsführer zeigen sich mittlerweile offen für eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD. Aktuellen Umfragen zufolge befürworten 49 Prozent der Top-Manager eine selektive Kooperation, während 56 Prozent generell für mehr Dialogbereitschaft plädieren. Dies stellt einen deutlichen Wandel im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 dar, als es noch keine offiziellen Kontakte zwischen der Wirtschaftselite und der Partei gab.

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Hinter der veränderten Haltung steht vor allem ein gewachsener wirtschaftspolitischer Zuspruch für die AfD. Viele Führungskräfte betrachten die Partei mittlerweile als pragmatisch in Fragen wie Steuersenkungen und Umverteilung – Themen, die mit unternehmerischen Interessen übereinstimmen. Dies veranlasst einige, ihre bisherige Ablehnung zu überdenken.

Gleichzeitig hat die Unzufriedenheit mit der aktuellen Ampelkoalition stark zugenommen. Nur noch 21 Prozent der Manager zeigen sich zufrieden – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Bundeskanzler Friedrich Merz erhält gemischte Bewertungen: 53 Prozent sind unzufrieden mit seiner Arbeit, 41 Prozent äußern sich positiv.

Trotz der Annäherung aus der Wirtschaft bleibt die politische Führung standhaft: 78 Prozent der Entscheidungsträger lehnen jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ab. Seit 2021 gibt es keine dokumentierten Allianzen oder Gespräche – auch wenn Teile der Wirtschaft, wie bei der Landtagswahl 2024 im Landkreis Sonneberg sichtbar, weiterhin Widerstand leisten.

Die strategische Neuausrichtung und schrittweise "Normalisierung" der AfD scheinen diese Dynamik voranzutreiben. Während sich 7 Prozent der Führungskräfte offen für eine intensivere Zusammenarbeit aussprechen, überwiegt bei der Mehrheit noch die Abwägung zwischen wirtschaftlichen Chancen und politischen Risiken.

Die Kluft zwischen Wirtschaft und Politik in der AfD-Frage wird damit immer deutlicher. Fast die Hälfte der Manager zeigt sich zwar aufgeschlossen für punktuelle Kooperationen, und die wirtschaftsliberalen Positionen der Partei finden in Konzernkreisen zunehmend Gehör. Ohne formelle Annäherung bleibt die Debatte über eine mögliche Zusammenarbeit jedoch ungelöst.

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