Wisconsins Demokraten nutzen GOP-Rückzüge für historischen Machtzuwachs
Hannah RichterWisconsins Demokraten nutzen GOP-Rückzüge für historischen Machtzuwachs
Die Demokraten in Wisconsin drängen auf weitere Erfolge bei den Wahlen im nächsten Jahr. Ihr Selbstvertrauen speist sich aus jahrelangen Erfolgen bei landesweiten Abstimmungen und einer jüngeren Verschiebung des politischen Kräfteverhältnisses im Bundesstaat. Angesichts des Rückzugs wichtiger Republikaner und starker Spendeneinnahmen sieht die Partei die Chance, ihren Einfluss auszubauen.
Der bevorstehende Wahlkampf um einen Posten am Obersten Gerichtshof ist zu einem zentralen Thema geworden, wobei die liberale Kandidatin Chris Taylor einen deutlichen finanziellen Vorsprung genießt. Gleichzeitig ist die Wählerbegeisterung unter den Demokraten groß – beste Voraussetzungen für eine hart umkämpfte Wahlsaison.
Sieben republikanische Abgeordnete in Wisconsin haben ihren Rücktritt angekündigt, darunter langjährige Führungspersönlichkeiten. Der Sprecher der Staatsversammlung, Robin Vos, der seit 2013 im Amt ist, tritt zurück, ebenso wie die GOP-Führungsfiguren in beiden Kammern. Diese Abgänge eröffnen den Demokraten neue Möglichkeiten, die seit 16 Jahren keine Parlamentskammer mehr kontrollieren.
Seit 2010 haben die Demokraten bereits beachtliche Fortschritte gemacht: Sie sicherten sich das Gouverneuramt und eine Mehrheit am Obersten Gerichtshof des Bundesstaates. Der Aufwärtstrend hält an – die Partei gewann 18 der letzten 23 landesweiten Wahlen. Umfragen zeigen zudem eine nachlassende Unterstützung für den früheren Präsidenten Trump: 56 % der Wähler in Wisconsin lehnen seine Amtsführung ab – der höchste Wert, den die Marquette-Umfragen während seiner Präsidentschaft verzeichneten.
Im Rennen um das Gouverneuramt formiert sich ein breites demokratisches Bewerberfeld, um den amtierenden Gouverneur Tony Evers zu ersetzen. Der spätere Kandidat wird voraussichtlich im November gegen den republikanischen Spitzenreiter, den Abgeordneten Tom Tiffany, antreten. Besonders im Fokus steht die Wahl zum Obersten Gerichtshof, bei der die liberale Kandidatin Chris Taylor ihre Konkurrenten in Sachen Spendensammlung und Werbeausgaben übertrifft. Die demokratischen Wähler zeigen sich motivierter: Fast die Hälfte äußert große Begeisterung, während dies nur auf ein Drittel der Republikaner zutrifft.
Die politischen Verschiebungen in Wisconsin deuten darauf hin, dass die Demokraten ihre Position im kommenden Jahr weiter stärken könnten. Die Rückzüge führender Republikaner und die hohe Wählerbeteiligung bieten der Partei die Möglichkeit, die jahrzehntelange republikanische Dominanz im Parlament zu brechen. Sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen, könnte sich das politische Kräfteverhältnis im Bundesstaat nach den Wahlen weiter zugunsten der Demokraten verändern.






