Zwei humanitäre Segelboote auf dem Weg nach Kuba spurlos verschwunden
Hannah RichterZwei humanitäre Segelboote auf dem Weg nach Kuba spurlos verschwunden
Zwei Segelboote mit humanitärer Hilfe für Kuba sind im karibischen Meer verschwunden. Die Schiffe mit den Namen Friendship und Tigger Moth hätten zwischen dem 24. und 25. März 2023 in Havanna eintreffen sollen, erreichten ihr Ziel jedoch nicht. Die mexikanische Marine hat inzwischen eine Suchaktion mit Schiffen und Flugzeugen gestartet, um die Besetzungen ausfindig zu machen.
Die Boote gehörten zu einem bürgernahen Konvoi namens Nuestra América, der dringend benötigte Hilfsgüter nach Kuba bringt – angesichts verschärfter Engpässe und Stromausfälle auf der Insel. Neun Personen aus Polen, Frankreich, Kuba und den USA befanden sich an Bord, als der Kontakt abbrach.
Die vermissten Segelboote waren am 20. März 2023 von Isla Mujeres in Mexiko ausgelaufen. Sie transportierten Hilfsgüter, die die sich zuspitzende Krise in Kuba lindern sollten, wo anhaltende Blackouts und wirtschaftliche Belastungen Krankenhäuser und Haushalte an den Rand des Zusammenbruchs bringen. Die Vereinten Nationen haben die Lage als "katastrophal" bezeichnet, mit akutem Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff.
Die mexikanische Marine bestätigte, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um die Schiffe zu orten. Ein weiteres Boot desselben Konvois, die Granma 2.0, erreichte zuvor sicher Havanna mit 14 Tonnen Hilfsgütern. Die Organisatoren von Nuestra América geben sich weiterhin hoffnungsvoll und vertrauen auf die Erfahrung der Crews sowie die laufenden Suchmaßnahmen.
Kuba ist zunehmend auf solche Lieferungen angewiesen, seit die USA im Januar 2023 ihr Ölembargo verschärft haben. Das erste Schiff des Konvois, das mit einem Tag Verspätung startete, verließ Puerto Progreso am 20. März mit 30 Tonnen Hilfsgütern an Bord, darunter Solarpaneele und medizinische Ausrüstung. Zwei weitere Segelboote aus Isla Mujeres hatten wetterbedingte Verzögerungen, während ein russischer Öltanker, die Anatoly Kolodkin, ebenfalls auf dem Weg nach Kuba ist – mit 730.000 Barrel Rohöl.
Ein separater Gastanker, die Sea Horse, war zunächst nach Trinidad und Tobago umgeleitet worden, bevor er Kurs auf Kuba nahm, wo er voraussichtlich Anfang April eintreffen wird.
Die Suche nach der Friendship und der Tigger Moth dauert an, wobei die mexikanischen Behörden mit den Konvoi-Organisatoren zusammenarbeiten. Sollten die Boote gefunden werden, schließen sie sich einer wachsenden Zahl humanitärer Missionen an, die Kuba in diesem Monat erreichen. Die Abhängigkeit der Insel von ausländischer Hilfe wächst, da die Versorgungsengpässe anhalten und internationale Lieferungen nur vorübergehende Entlastung bringen.






