20 Milliarden Euro für soziale Inklusion: Kann das deutsche Bildungssystem seine Krise überwinden?
Lina Seidel20 Milliarden Euro für soziale Inklusion: Kann das deutsche Bildungssystem seine Krise überwinden?
Ein bundesweites Programm für soziale Inklusion, das im Februar 2024 gestartet wurde, soll 4.000 Schulen in benachteiligten Gebieten unterstützen. Die Initiative folgt auf jahrelange bildungspolitische Herausforderungen – darunter die Kämpfe der Rütli-Schule in Berlin, die zum Symbol für systemische Probleme im deutschen Bildungssystem wurde.
Die Probleme an der Rütli-Gesamtschule rückten erstmals 2006 in den Fokus. Damals veröffentlichte das Lehrpersonal am 30. März einen offenen Brief, in dem es eine Krise beschrieb: Aggressionen, Respektlosigkeit und Trotzen im Unterricht prägten den Alltag, zudem nahm die Sachbeschädigung zu.
Kurz darauf begann der Wandel. 2009 schloss sich die Rütli-Schule mit benachbarten Einrichtungen zur Gemeinschaftsschule zusammen – ein Modell, das später von anderen Schulen mit hohem Anteil an Schüler:innen ohne Deutsch als Muttersprache übernommen wurde. Der neue Campus sollte Schulen, Kitas und lokale Sozialdienste unter einem Dach vernetzen.
Diese Reformen standen im Kontext größerer bildungspolitischer Sorgen. Schon die erste PISA-Studie 2000 hatte die schlechten Leistungen benachteiligter Schüler:innen in Deutschland offenbart. Trotz Ansätzen wie dem Rütli-Modell bleiben Herausforderungen bestehen – etwa der anhaltende Lehrkräftemangel, der weiterhin zu Unterrichtsausfällen führt.
Der jüngste Vorstoß für Veränderung umfasst Investitionen von 20 Milliarden Euro über ein Jahrzehnt. Das im Februar gestartete Inklusionsprogramm zielt auf Schulen in sozial schwachen Gebieten und baut auf den Erfahrungen früherer Reformen auf. Das Rütli-Projekt setzte Maßstäbe für die Verzahnung von Bildung und Sozialarbeit, doch aktuelle Zahlen, wie viele Gemeinschaftsschulen seitdem entstanden sind, fehlen.
Mit den nun bereitgestellten 20 Milliarden Euro soll das neue Programm langjährige Ungleichheiten bekämpfen. Doch der anhaltende Mangel an Lehrer:innen und ausgefallener Unterricht bleiben ungelöste Hürden.






