21 March 2026, 08:33

4,5 Milliarden Franken für Schweizer Straßenbahnen – lohnt sich die Investition wirklich?

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4,5 Milliarden Franken für Schweizer Straßenbahnen – lohnt sich die Investition wirklich?

Seit 2010 hat die Schweiz rund 4,5 Milliarden Franken in Straßenbahn- und Stadtbahnprojekte in ihren Städten investiert. Die Finanzspritze hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob das Geld sinnvoll ausgegeben wird. Kritiker argumentieren, dass ein fehlerhaftes Anreizsystem zu übermäßigen Investitionen in solche Vorhaben führt.

Zwar sind Straßenbahnen günstiger im Bau als Eisenbahnstrecken, doch bleiben Fragen zur langfristigen Wirkung dieser hohen Ausgaben offen.

Der Bund hat den Ausbau von Straßenbahnnetzen in Großstädten wie Genf, Basel und Zürich stark subventioniert. Allein Genf plant, über eine Milliarde Franken in neue Linien zu investieren, darunter die Strecke Petite Ceinture. Auch Basel und Zürich erhielten beträchtliche Mittel für ihre Netze.

Ein zentraler Streitpunkt ist der Kostenvergleich zwischen Straßenbahnen und Eisenbahnen. Ein Kilometer Straßenbahnschiene kostet im Schnitt 58 Millionen Franken – deutlich weniger als neue Eisenbahnstrecken. Studien zeigen, dass Straßenbahnen bei der Kosteneffizienz besser abschneiden: Sie erreichen eine durchschnittliche Bewertung von 2,76 im Vergleich zu 2,39 bei Schienenprojekten. Dennoch hat der Bundesrat Forderungen nach einer Anpassung der Förderpolitik bisher abgelehnt.

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Die Limmattalbahn, die Ende 2022 eröffnet wurde, verdeutlicht die Auswirkungen solcher Investitionen. Nach ihrer Inbetriebnahme ging die Nutzung privater Autos in der Region Limmattal zurück, während die Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr stiegen. Doch während Eisenbahn-Ausbauprojekte wegen Budgetkürzungen gestrichen werden, fordern viele Kantone ein neues Finanzierungsmodell, um Straßenbahnprojekte vollständig zu bezuschussen.

Kritiker weisen auf ein strukturelles Problem hin: Das aktuelle Anreizsystem begünstige eine übermäßige Geldvergabe für Straßenbahnen. Trotz wiederholter Warnungen zeigt der Bundesrat jedoch keine Bereitschaft, das Fördersystem zu reformieren.

Mit bereits 4,5 Milliarden Franken ausgegebenen Geldern und weiteren Projekten in Planung wächst das Schweizer Straßenbahnnetz weiter. Der Erfolg der Limmattalbahn belegt zwar die Vorteile solcher Investitionen, doch der finanzielle Druck auf Schienenprojekte wirft Fragen nach einer ausgewogenen Mittelverteilung auf. Da die Kantone Änderungen bei den Förderrichtlinien fordern, wird die Debatte über die sinnvolle Verwendung der Verkehrsetats weitergehen.

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