ABC-Mitarbeiter:innen streiken 24 Stunden für faire Löhne und Jobstabilität
Emil LangeABC-Mitarbeiter:innen streiken 24 Stunden für faire Löhne und Jobstabilität
Journalist:innen und Mitarbeiter:innen des australischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks ABC werden ab Mittwoch, 11 Uhr, einen 24-stündigen Streik durchführen. Die Arbeitsniederlegung folgt auf die Ablehnung eines Gehaltsabkommens, das nach Ansicht der Beschäftigten weder die Inflation ausgleicht noch die Arbeitsplatzsicherheit verbessert. Über 90 Prozent der abstimmenden Gewerkschaftsmitglieder in der Medienbranche unterstützten die Aktion – der erste größere Streik beim ABC seit Jahren.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht ein vorgeschlagener Lohnanstieg, den die Belegschaft als zu gering im Vergleich zur Inflation kritisiert. Weitere Sorgen betreffen stockende Karrierechancen, gekürzte Zuschläge für Nachtschichten sowie unzureichende Regelungen zu reproduktiver Gesundheit. Auch nicht-journalistische Mitarbeiter:innen schlossen sich dem Protest an, sodass die Ablehnungsquote unter den abstimmenden Beschäftigten auf 60 Prozent stieg.
Das jüngste Angebot der ABC-Führung, das am Montag abgelehnt wurde, konnte die Bedenken hinsichtlich der Jobstabilität kaum zerstreuen. Viele Beschäftigte arbeiten weiterhin mit kurzfristigen, immer wieder verlängerten Verträgen, während die Angst vor einem Ersatz durch KI wächst. Erin Madeley, Chefin der Mediengewerkschaft Media, Entertainment and Arts Alliance (MEAA), warnte, dass erfahrene Journalist:innen überlastet seien – mit dem Risiko, dass vertraute lokale Stimmen, besonders in ländlichen Regionen, verloren gingen.
Mit über 4.400 Mitarbeiter:innen, darunter 2.000 im Nachrichtenbereich, wird der Streik Live-Sendungen im Fernsehen und Radio beeinträchtigen. Deena Amorelli, Personalchefin des ABC, bestätigte das Scheitern der Verhandlungen und kündigte an, die Fair Work Commission zur Schlichtung des Streits einzuschalten.
Der Ausstand wird die wichtigsten Dienste des ABC einen ganzen Tag lang lahmlegen. Die Beschäftigten fordern faire Löhne, sichere Arbeitsverträge und bessere Arbeitsbedingungen. Der Sender steht nun vor einer Vermittlung, um die Pattsituation zu überwinden – eine schnelle Lösung ist jedoch nicht in Sicht.






