Apothekenreform spaltet Branche: Proteste verschoben, Forderungen bleiben hart
Mila VoigtApothekenreform spaltet Branche: Proteste verschoben, Forderungen bleiben hart
Die geplante Apothekenreform sorgt in Deutschland für wachsende Spannungen. Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR), warnt, das deutsche Gesundheitssystem stehe an einem Scheideweg und fordert dringende Nachbesserungen am aktuellen Entwurf.
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat nun konkrete Stellen benannt, die vor der Verabschiedung überarbeitet werden müssen. Gleichzeitig wurden geplante Proteste auf den 17. Dezember verschoben, um Raum für Verhandlungen zu schaffen. Ein zentraler Kritikpunkt der Apotheker ist die Forderung nach einer Erhöhung der Festbeträge. Zudem stößt die geplante Regelung, nach der pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) künftig Apotheken vertreten dürfen, auf Widerstand. Hoffmann hat Politiker zu einem konstruktiven Dialog aufgerufen, um eine Lösung zu finden.
Der Zeitplan für die Reform bleibt straff: Am 17. Dezember soll das Kabinett den Entwurf beraten. Im Frühjahr wird der Bundesrat den Text prüfen, bevor das gesamte parlamentarische Verfahren voraussichtlich bis Ende April abgeschlossen sein wird. Die finale Abstimmung über die Apothekenreform ist für diesen Zeitpunkt geplant.
Die ABDA betont, dass ohne substantielle Änderungen die Versorgungssicherheit gefährdet sei. Die Verschiebung der Proteste signalisiert zwar Gesprächsbereitschaft, doch der Druck auf die Politik bleibt hoch. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Forderungen der Apotheker Gehör finden. Sollte es keine Einigung geben, drohen weitere Konflikte – auch über den 17. Dezember hinaus. Die Reform könnte weitreichende Folgen für die Arbeit von Apotheken in ganz Deutschland haben.






