15 March 2026, 22:34

Applied Materials zahlt Millionenstrafe für verbotene China-Lieferungen an SMIC

Ein altes chinesisches Aktienzertifikat mit chinesischer Schrift, gerahmt und mit Text in chinesisch und englisch.

Applied Materials zahlt Millionenstrafe für verbotene China-Lieferungen an SMIC

Applied Materials einigt sich auf Millionenstrafe wegen Verstößen gegen US-Exportkontrollen

Der Technologiekonzern Applied Materials hat sich bereit erklärt, eine mehrstellige Millionenstrafe für die Verletzung von US-Exportbestimmungen zu zahlen. Das Unternehmen lieferte trotz eines expliziten Verbots Maschinen an den chinesischen Halbleiterhersteller SMIC. Die Einigung folgt auf ähnliche Fälle, in denen Firmen wegen Verstößen gegen Handelsrestriktionen sanktioniert wurden.

Zwischen November 2020 und Juli 2022 versorgte Applied Materials den chinesischen Chiphersteller SMIC mit Ausrüstung – obwohl das Unternehmen bereits seit 2020 auf einer schwarzen Liste der US-Behörden stand. Die USA hatten die Exporte mit Verweis auf mögliche militärische Endverwendungen eingeschränkt. Weitere Sanktionen im Jahr 2022 betrafen Hochleistungs-KI-Chips und erweiterten die Schwarze Liste um weitere chinesische Unternehmen wie YMTC.

Applied Materials betonte, die Regeln nicht vorsätzlich gebrochen zu haben. Dennoch unterstreicht die Strafe – wenn auch nur ein geringer Bruchteil des Jahresumsatzes – die Schwere des Vergehens. Es ist nicht der erste Fall dieser Art: 2023 zahlte der Softwarehersteller Cadence 140,6 Millionen Dollar für ähnliche Exportverstöße unter dem damaligen CEO Lip-Bu Tan, der heute Intel führt.

Trotz der Vorwürfe bleibt Applied Materials ein zentraler Akteur in der Halbleiterbranche. Die USA haben ein strategisches Interesse daran, das Unternehmen funktionsfähig zu halten. Gleichzeitig baut der Konzern seine Präsenz im Silicon Valley aus: 2025 soll der 5 Milliarden Dollar teure EPIC-Komplex eröffnet werden, das nach eigenen Angaben weltweit größte und modernste Forschungszentrum für Halbleitertechnologie. Auch Samsung wird dort vertreten sein.

Die Einigung unterstreicht die Entschlossenheit der USA, Exportkontrollen für Spitzentechnologie durchzusetzen. Applied Materials wird seine Geschäfte fortsetzen, einschließlich des geplanten EPIC-Standorts. Der Fall zeigt, wie stark Halbleiter-Lieferketten und die Einhaltung von Handelsvorschriften weiterhin unter Beobachtung stehen.

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