Australiens Inflation steigt durch Iran-Konflikt und explodierende Ölpreise weiter an
Lina SeidelAustraliens Inflation steigt durch Iran-Konflikt und explodierende Ölpreise weiter an
Australiens Inflationsdruck verschärft sich durch Iran-Konflikt und steigende Ölpreise
Die Inflationsprobleme in Australien könnten sich weiter zuspitzen, da der Konflikt im Iran die globalen Ölpreise in die Höhe treibt. Wie Michele Bullock, Gouverneurin der australischen Zentralbank (Reserve Bank of Australia, RBA), warnte, werde der Krieg die ohnehin schon hohen Lebenshaltungskosten zusätzlich belasten. Das Land kämpft bereits mit stark gestiegenen Strom- und Wohnkosten, während die Inflationsrate weiterhin über dem Zielkorridor der Notenbank liegt.
Anfang 2023 lag die Teuerungsrate Australiens bei 3,7 Prozent für die zwölf Monate bis Februar – und damit weiterhin über dem von der RBA angestrebten Bereich von zwei bis drei Prozent. Die Lebensmittelpreise stiegen um 3,1 Prozent, während die bereinigte Kerninflation, die volatile Posten ausklammert, bei 3,3 Prozent verzeichnet wurde.
Besonders drastisch entwickelten sich die Strompreise: Sie kletterten im gleichen Zeitraum um 37 Prozent und wurden so zu einem der Haupttreiber der Haushaltsausgaben. Auch die Wohnkosten zogen stark an und stiegen um 7,2 Prozent – der größte Einzelbeitrag zur Inflation. Einziger Lichtblick war der Verkehrssektor, wo die Preise leicht um 0,2 Prozent sanken.
Die RBA reagierte im März 2023 mit einer zweiten Zinserhöhung in Folge. Nun verschärft der Krieg im Iran die Lage zusätzlich: Die Ölpreise schnellen in die Höhe. Der Preis für Brent-Rohöl erreichte bis Anfang März 2026 119,50 US-Dollar pro Barrel, während die Terminkontrakte später im Monat zwischen 101,91 und 104,61 US-Dollar notierten. Die starke Schwankungsbreite folgte auf Störungen in der Straße von Hormus, die allein im März zu einem Preisanstieg von 45 Prozent führten.
Finanzminister Jim Chalmers räumte die wachsende Belastung ein und betonte, dass höhere Ölpreise die wirtschaftliche Lage Australiens weiter erschweren würden. Zwar gibt es noch keine direkten Daten, die den Preisschub mit den heimischen Spritkosten verknüpfen, doch steigende Rohölpreise schlagen in der Regel auf die Zapfsäulen durch.
Die Kombination aus geopolitischen Spannungen und innenpolitischem Preisdruck stellt Australien vor eine schwierigere inflationspolitische Zukunft. Mit steigenden Kosten für Strom, Wohnen und nun auch Kraftstoff müssen Haushalte und Entscheidungsträger eine teurere Wirtschaftslage bewältigen. Wie die RBA als Nächstes handelt, hängt davon ab, wie sich diese Faktoren in den kommenden Monaten entwickeln.






