Schwere Kritik an Plänen zur Straffreiheit von Spätabtreibungen bis zur Geburt
Mila VoigtSchwere Kritik an Plänen zur Straffreiheit von Spätabtreibungen bis zur Geburt
Über 70 Abgeordnete haben die Regierung aufgefordert, Pläne zur Straffreistellung von Abtreibungen bis zur Geburt aufzugeben. In einem gemeinsamen Schreiben an Innenministerin Shabana Mahmood und Gesundheitsminister Wes Streeting warnte die Gruppe, die Vorschläge seien unzureichend kontrolliert und könnten wichtige rechtliche Schutzmechanismen abschaffen.
Die geplanten Änderungen würden zentrale Passagen des Offences Against the Person Act von 1861 streichen. Auf Grundlage dieses Gesetzes wurden in den vergangenen Jahren über 100 Frauen wegen illegaler Abtreibungen angeklagt. Nach den neuen Regeln würden Frauen, die zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, nicht mehr strafrechtlich verfolgt.
Zu den Unterzeichnern des Schreibens zählen sieben Abgeordnete der Labour-Partei, alle acht Parlamentarier von Reform UK sowie zwei Schattenkabinettsmitglieder der Konservativen. Auch Baroness Spielman, ehemalige Vorsitzende der British Medical Association, unterstützte die Initiative. Prominente Persönlichkeiten wie die konservative Parteivorsitzende Kemi Badenoch kritisierten die Pläne als unzureichend begrenzt und als Versäumnis, ungeborenes Leben zu schützen.
Kritiker werfen der Regierung vor, die Änderungen ohne ausreichende Prüfung oder öffentliche Anhörung durchzusetzen. Im Schreiben wird das Fehlen einer Folgenabschätzung bemängelt und vor übereilter Gesetzgebung gewarnt. Befürworter hingegen argumentieren, die Reform schütze verletzliche Frauen vor Strafverfolgung.
Die Maßnahmen sollen am Mittwoch das Oberhaus passieren, nachdem die Lords einen von Abgeordneten eingebrachten Zusatz gebilligt haben. Die Regierung hat bisher keine klare Position bezogen, was Vorwürfe mangelnder Führungskraft nach sich zieht.
Das geplante Gesetz würde eine grundlegende Wende in der Abtreibungsregelung bedeuten und langjährige Strafbestimmungen aufheben. Abgeordnete beider Seiten äußerten Bedenken hinsichtlich Tempo und Inhalt der Reform. Das Ergebnis hängt nun davon ab, ob Minister vor der endgültigen Abstimmung eingreifen.






