Belarus erweitert Liste verbotener Bücher auf 241 Titel – Besitzer in rechtlicher Grauzone
Lina SeidelBelarus erweitert Liste verbotener Bücher auf 241 Titel – Besitzer in rechtlicher Grauzone
Belarussische Behörden haben ihre Liste verbotener Bücher erweitert und Ende Februar 16 weitere Titel hinzugefügt. Damit steigt die Gesamtzahl der verbotenen Werke auf 241. Die Behörden warnen, dass selbst bereits erworbene Exemplare nicht mehr verbreitet werden dürfen. Unklar ist, was mit Büchern geschehen soll, die sich bereits im Besitz der Bevölkerung befinden.
Das Informationsministerium ist für das Verbot zuständig und berät in einer speziellen Kommission, die mindestens alle zwei Monate tagt. Diese Gruppe, deren Mitglieder namentlich nicht bekannt sind, setzt sich aus Fachleuten aus Bereichen wie Psychologie und Kriminologie zusammen. Ihre Aufgabe besteht darin, Bücher zu prüfen, die potenziell eingeschränkt werden sollen.
Pro Sitzung werden durchschnittlich etwa 40 Titel geprüft, von denen in der Regel rund 30 verboten werden. Denis Jeserski, stellvertretender Informationsminister, erklärte, dass die Verbreitung verbotener Bücher – selbst wenn sie vor dem Verbot gekauft wurden – nun illegal sei. Die Thematik gewann an Aufmerksamkeit, nachdem der belarussische Fernsehsender STB gefragt hatte, was Leser mit bereits besessenen Exemplaren tun sollen.
Offizielle Zahlen dazu, wie viele Bücher seit 1991 in Belarus aus dem Verkehr gezogen wurden, existieren nicht. Öffentliche Quellen liefern keine klaren Daten darüber, wie viele Titel im Laufe der Jahre aus Bibliotheken, Schulen oder Buchhandlungen entfernt wurden.
Mit den jüngsten Verboten steigt die offizielle Zahl der verbotenen Bücher auf 241. Besitzer dieser Werke sehen sich nun mit rechtlicher Unsicherheit konfrontiert, da deren Verbreitung gegen das Gesetz verstößt. Die Kommission tagt weiterhin regelmäßig und sorgt dafür, dass die Liste der verbotenen Werke stetig wächst.






