22 March 2026, 18:01

Berlin feiert erstmals öffentlich das jahrhundertealte Newroz-Fest mit Traditionen aus aller Welt

Ein farbenfrohes chinesisches Neujahrsfest in Amsterdam mit einem Löwen tanzen vor einer Zuschauermenge, einige machen Fotos, vor einem Hintergrund aus Gebäuden, Laternenmasten und einem klaren blauen Himmel.

Berlin feiert erstmals öffentlich das jahrhundertealte Newroz-Fest mit Traditionen aus aller Welt

Newroz: Berlins erstes großes öffentliches Fest zu einem jahrhundertealten Kulturereignis

Dieses Wochenende wird in Berlin erstmals mit öffentlichen Veranstaltungen das Newroz-Fest gefeiert, ein jahrhundertealtes Kulturfest mit tiefen Wurzeln. Das Humboldt Forum und das Haus der Kulturen der Welt widmen dem Fest, das in einigen Ländern noch immer verboten ist, besondere Programme. Die Veranstalter möchten die Traditionen einem breiteren Publikum näherbringen und gleichzeitig ihre Bedeutung für Millionen Menschen weltweit hervorheben.

Das Fest, das je nach Region als Nowruz, Navroz oder Newroz bekannt ist, markiert das persische Neujahr und wird jährlich von etwa 300 bis 400 Millionen Menschen begangen. Trotz seiner globalen Verbreitung sind Feierlichkeiten in Ländern wie Afghanistan und Iran nach wie vor untersagt, wo politische Restriktionen öffentliche Versammlungen einschränken.

Das Humboldt Forum hat für Samstag ein ganztägiges Programm organisiert – in Zusammenarbeit mit sieben Berliner Vereinen, die Newroz mit Leben füllen. Besucher können an traditionellen Bräuchen wie Drachenbau, Eierbemalung und Tänzen teilnehmen. Die Veranstaltung ist Teil des Jahresprogramms "Beziehungen: Familie", das sich mit kulturellem Erbe und gemeinsamen Traditionen auseinandersetzt.

Verschiedene Gruppen tragen regionale Perspektiven bei: GAFCA und San'at präsentieren zentralasiatische und usbekische Traditionen, während Mehr und PUK e.V. iranische und afghanische Bräuche in den Mittelpunkt stellen. Kurdische Organisationen wie Yekmal, Mittani und Royavida zeigen ihr kulturelles Erbe. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: Iranische und afghanische Perspektiven" beleuchtet die Rolle des Festes in Zeiten von Unterdrückung und Not.

Im Haus der Kulturen der Welt hat Kuratorin Ava Irandoost die Newroz-Feierlichkeiten um persische Kultur und Künstlerinnen gestaltet. Es ist das erste Mal, dass beide Häuser groß angelegte öffentliche Veranstaltungen zu diesem Anlass ausrichten. Die Programme spiegeln die Vielfalt der Gemeinschaften wider, die Newroz feiern – von den kurdischen Regionen im Irak, in Syrien und der Türkei bis hin zu Ländern in Zentralasien und dem Kaukasus.

Die Wurzeln des Festes reichen über Grenzen hinweg und verbinden ethnische Gruppen wie Perser, Kurden und andere in Aserbaidschan, Kasachstan und darüber hinaus. Doch trotz seiner langen Geschichte zwingen politische Spannungen in einigen Ländern die Feierlichkeiten in den Untergrund. Die Berliner Veranstaltungen bieten einen seltenen öffentlichen Raum, um die Traditionen offen zu würdigen.

Die Newroz-Feierlichkeiten in Berlin werden eine Plattform für kulturellen Austausch und Reflexion bieten. Mit Musik, Diskussionen und Mitmachaktionen sollen die Veranstaltungen verschiedene Gemeinschaften verbinden und gleichzeitig die komplexe Geschichte des Festes würdigen. Für viele Teilnehmer wird es eine Gelegenheit sein, in einer Stadt fernab der Einschränkungen ihrer Heimatländer frei zu feiern.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle