Berlin gedenkt Kriegsende mit Marschen und strengen Sicherheitsregeln
Berlin gedenkt des 81. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs mit feierlichen Zeremonien und einem großen Marsch
Rund 600 Menschen nahmen an der Prozession vom Brandenburger Tor zum Sowjetischen Ehrenmal teil, während die Behörden trotz einiger Vorfälle weitgehend friedliche Veranstaltungen meldeten.
Die Gedenkfeiern begannen mit einem Umzug durch das Zentrum Berlins, an dem 600 Teilnehmende vom Brandenburger Tor zur Gedenkstätte zogen. Die Veranstalter hatten 1.000 Teilnehmer angemeldet, doch erschienen weniger als erwartet. Viele legten rote Blumen am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park nieder, um der gefallenen Soldaten zu gedenken.
Die Polizei setzte während der Veranstaltungen strenge Regeln durch. Militäruniformen und russische Flaggen waren bei Kundgebungen in der Nähe der drei Sowjetischen Ehrenmale Berlins verboten. Diese Maßnahme erfolgte als Reaktion auf den anhaltenden Krieg in der Ukraine. Trotz dieser Einschränkungen registrierten die Behörden 17 Strafanzeigen und 33 Ordnungswidrigkeiten im Laufe des Tages.
Bei einer Feierstunde im Landesparlament mahnte Parlamentspräsidentin Ulrike Liedtke zur Einheit, um künftige Konflikte zu verhindern. Innenminister Jan Redmann warnte in seiner Rede, dass der Nationalsozialismus auch Jahrzehnte nach Kriegsende „geleugnet, verharmlost und verherrlicht“ werde. Als Beispiel für den wachsenden Antisemitismus und rechtsextreme Aktivitäten in Brandenburg nannte er jüngste Angriffe auf eine Synagoge in Cottbus.
Anders als in den Vorjahren zog der umstrittene Motorradclub „Nachtwölfe“ dieses Mal nicht durch Berlin. Unterdessen nahm der russische Botschafter Sergej Netschajew an einem Gedenkmarsch und einer Kranzniederlegung am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten teil.
Die Polizei bezeichnete die Veranstaltungen insgesamt als „weitgehend störungsfrei“. Der Jahrestag stand im Zeichen historischer Reflexion, aber auch der Sorge über aktuelle Spannungen. Die Behörden bleiben wachsam, da rechtsextreme Vorfälle in der Region weiterhin eine Herausforderung darstellen.






