16 March 2026, 00:26

Berlin-Monitor enthüllt: Fast die Hälfte der Berliner:innen hegt rassistische Vorurteile gegen Sinti und Roma

Ein Plakat aus dem Jahr 1900, das eine Berliner Secession ankündigt und eine Frau in rotem Kleid zeigt, die ein Objekt hält.

Berlin-Monitor enthüllt: Fast die Hälfte der Berliner:innen hegt rassistische Vorurteile gegen Sinti und Roma

Ein neuer Bericht deckt besorgniserregende undemokratische Einstellungen unter der Berliner Bevölkerung auf. Der Berlin-Monitor zeigt, dass fast die Hälfte der Einwohner:innen vorurteilsbehaftete Ansichten vertritt – darunter die Überzeugung, dass Sinti und Roma für Konflikte verantwortlich seien. Unterdessen debattieren Politiker:innen über ein geplantes Demokratiefördergesetz, das solchen Tendenzen entgegenwirken soll.

Der Berlin-Monitor legt tief verwurzelte Vorurteile in der Stadt offen: Fast 50 Prozent der Berliner:innen bringen Sinti und Roma mit sozialer Unruhe in Verbindung – ein Zeichen für weiter verbreitete undemokratische Haltungen. Diese Ergebnisse decken sich mit Langzeitstudien wie der Mitte-Studie, die seit 2006 extremistische und vorurteilsbehaftete Einstellungen in Deutschland untersucht. Die von der Universität Bielefeld geleitete Studie wird ihre nächste Ausgabe Ende 2026 auf Basis von Umfragedaten aus dem Jahr 2025 veröffentlichen.

Edwin Greve, ein führender Fürsprecher demokratischer Reformen, fordert dringendes Handeln. Er unterstützt das Demokratiefördergesetz, einen Gesetzentwurf, der alle städtischen Behörden rechtlich verpflichten würde, zivilgesellschaftliche Gruppen im Kampf gegen Rassismus und Faschismus finanziell zu fördern und zu schützen. Ziel des Gesetzes ist es, Kürzungen im Haushalt zu verhindern, die Antidiskriminierungsprogramme schwächen könnten, und so eine langfristige Finanzierung zu sichern.

Greve lehnt zudem die von der CDU vorgeschlagene "Demokratieklausel" ab, die die SPD kürzlich aus den Verhandlungen ausgeschlossen hat. Stattdessen bestehe er darauf, dass Demokratieförderung und Antidiskriminierungsarbeit Vorrang vor anderen Projekten haben müssten – etwa vor dem Ausbau von Überwachung oder der Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele 2036. Die verbindliche Ausgestaltung des Gesetzes sei entscheidend, um Behörden in die Pflicht zu nehmen, so Greve.

Die Ergebnisse des Berlin-Monitors unterstreichen die Dringlichkeit stärkerer demokratischer Schutzmechanismen. Wird das Demokratiefördergesetz verabschiedet, müssten Behörden die Finanzierung von Antirassismus- und zivilgesellschaftlichen Initiativen aufrechterhalten. Sein Erfolg könnte davon abhängen, ob die Politik es in der Haushaltsdebatte gegenüber konkurrierenden Prioritäten durchsetzt.

AKTUALISIERUNG — 01.03.2026 01:00

Berlin Monitor 2025 deckt tief verwurzelten Antiziganismus und steigenden Antisemitismus auf

Der Berlin Monitor 2025 hat besorgniserregende Werte von Antiziganismus und Antisemitismus in der Stadt aufgedeckt. Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • 30% der Berliner glauben, dass Sinti und Roma 'nicht so zivilisiert' sind.
  • 45% verbinden ihre Anwesenheit mit Konflikten.
  • 25% plädieren für ihre Ausschließung aus den Stadtzentren.
  • 42% machen sie für ihre eigene Diskriminierung verantwortlich. Alina Voinea, die Berliner Anti-Antiziganismus-Sprecherin, bezeichnete die Ergebnisse als 'erschütternd', während Prof. Gert Pickel eine 'fragile Demokratie' mit 40% der Bewohner als 'fragile Demokraten' feststellte.
AKTUALISIERUNG

Berlin Monitor 2025 enthüllt genaue Ausma├če von antiziganistischen Einstellungen in der Stadt

Die Berlin-Monitor 2025-Studie, offiziell betitelt mit Berlin - Zwischen demokratischer Haltung und verbreiteten Ressentiments, liefert detaillierte Daten ├╝ber antiziganistische Einstellungen:

  • 25-30% der Befragten haben abwertende Ansichten (z.B. 'nicht zivilisiert' oder sollten aus Stadtzentren verbannt werden)
  • 22-23% sehen Sinti und Roma als bedrohlich
  • 42% geben ihnen die Schuld f├╝r ihre eigene Diskriminierung
  • 69% assoziieren sie mit Armut Der Bericht betont auch die Rolle der Medien bei der Formung dieser Wahrnehmungen und stellt fest, dass die meisten Befragten ├╝ber verzerrte Medienberichterstattung ├╝ber Sinti und Roma erfahren, anstatt ├╝ber direkten Kontakt.