06 March 2026, 09:02

Berlin vollendet Glasfaserausbau an Schulen – doch die digitale Revolution steht erst am Anfang

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Klassenzimmers mit sitzenden und stehenden Menschen, die Stangen, Lampen, eine Wanduhr und andere Gegenstände zeigt, mit der Beschriftung "The School of Economics, London, England" unten.

Berlin vollendet Glasfaserausbau an Schulen – doch die digitale Revolution steht erst am Anfang

Berlin schließt digitalen Ausbau an öffentlichen Schulen ab – doch Herausforderungen bleiben

Berlin hat ein großes Digitalisierungsprojekt für seine öffentlichen Schulen abgeschlossen: Als letzte von 700 Einrichtungen wurde nun auch die Ernst-Haeckel-Schule an das hochmoderne Glasfasernetz angeschlossen. Das Vorhaben, das vorzeitig und unter Budget realisiert wurde, markiert einen wichtigen Schritt bei der Modernisierung der Bildungsinfrastruktur. Dennoch gibt es weiterhin Hürden – etwa bei der Integration digitaler Werkzeuge und der flächendeckenden Nutzung der neuen Technologie durch alle Schulen.

Der Weg zu schnellem Internet an Berlins Schulen begann bereits 1996 mit der Initiative "Schulen ans Netz". Ursprünglich auf ISDN basierend, entwickelte sich das Programm über DSL und VDSL bis hin zum heutigen Glasfaserausbau. Vor fünf Jahren setzte der Berliner Senat das ehrgeizige Ziel: Jede öffentliche Schule sollte einen symmetrischen 1-Gigabit-Anschluss erhalten. Mit der Fertigstellung an der Ernst-Haeckel-Schule ist dieses Vorhaben nun abgeschlossen.

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Um das Projekt zu steuern, gründete die Stadt einen eigenen Dienstleister, das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ). Damit wurden drei langjährige Probleme angegangen: mangelnde IT-Kenntnisse unter Schulleitungen, begrenzte Erfahrungen in der lokalen Systemverwaltung sowie Finanzierungslücken. Das ITDZ überwacht seitdem alle Schulnetzwerke, sorgt für ausreichende Kapazitäten und garantiert deren Betriebssicherheit.

Der Ausbau beschränkte sich nicht auf die Internetanbindung. Viele Schulen erhielten zudem moderne interne Verkabelungen und verbesserte WLAN-Installationen. Dennoch behindern bauliche Gegebenheiten – etwa veraltete Gebäude – in einigen Fällen noch die Signalstärke. Gleichzeitig variiert der Einsatz digitaler Tools stark zwischen den Schulen, mit Nachholbedarf bei der Ausstattung und Lehrerfortbildung im Vergleich zu anderen Bundesländern.

Beim Thema künstliche Intelligenz (KI) in der Bildung zeigt sich Berlin vorsichtig, aber pragmatisch. Während einige Länder bereits KI-Chatbots wie "Telli" einführen, hält die Hauptstadt hier noch zurück. Der Senat will KI gezielt einsetzen, doch die rechtlichen Rahmenbedingungen hinken der technologischen Entwicklung hinterher. Seit der Pandemie nutzen mehr Schulen Plattformen wie SC BB (gemeinsam mit Brandenburg) oder Fobizz, doch fehlen vergleichende Daten, um Berlins Fortschritt bundesweit einzuordnen. Der DigitalPakt des Bundes hat zwar landesweit Verbesserungen gebracht, die Ergebnisse fallen jedoch uneinheitlich aus.

Mit dem abgeschlossenen Glasfaserausbau steht Berlins Schulen nun eine solide digitale Grundlage zur Verfügung. Die nächste Herausforderung besteht darin, Lehrkräfte und Schüler im verantwortungsvollen Umgang mit KI und anderen Tools zu schulen. Während die Infrastruktur steht, gilt es nun, Lücken bei der Ausstattung, den digitalen Kompetenzen der Lehrer und der einheitlichen Umsetzung an allen Schulen zu schließen.

AKTUALISIERUNG

Berlin markiert digitalen Meilenstein mit Schulfest und neuen Tech-Kursen

Berlin feierte am 27. Februar den Abschluss der Schul-Glasfaser-Rollout mit einem Event an der Ernst-Haeckel-Schule. Die Zeremonie zeigte praktische Anwendungen wie 3D-Druck und Robotik-Kurse, die durch die neue Infrastruktur ermöglicht wurden. Beamte betonten diese Innovationen als Beweis für den Erfolg des Projekts:

  • Die Schule bietet nun einen 'Digitale Welten'-Kurs, in dem Schüler Roboter und 3D-Modelle entwerfen.
  • Staatssekretär Torsten Kühne lobte das zentralisierte Verwaltungssystem für die Gewährleistung von einheitlichen Standards.
  • Schulleiter Kai Baumeister betonte, dass der Glasfaseranschluss die Grundlage für moderne Bildung ist und fortgeschrittene digitale Werkzeuge ermöglicht.