Berliner Mieter kämpfen gemeinsam gegen Kurzzeitvermietungen und unfaire Mietpraktiken
Hannah RichterBerliner Mieter kämpfen gemeinsam gegen Kurzzeitvermietungen und unfaire Mietpraktiken
Mieter in ganz Berlin schließen sich zusammen, um gegen steigende Kurzzeitvermietungen und unfaire Wohnpraktiken zu protestieren. Die Bewegung startete mit einer Demonstration in Prenzlauer Berg, bei der Anwohner ihre Wohnungen zurückforderten. Die Organisatoren haben nun die "Wohnungsaktionstage" ins Leben gerufen – Teil einer europaweiten Kampagne für Wohnrechte.
Auslöser der Proteste war der Fall zweier Mieter in der Buchholzer Straße, die entdeckten, dass ihr Vermieter doppelte Mietverträge nutzte – einen für Dauer- und einen für Kurzzeitmieten. Nach der Aufdeckung der Praxis erhielten sie Kündigungen. Der Fall steht exemplarisch für ein wachsendes Problem: Immer mehr Vermieter umgehen Mietpreisbremse und destabilisieren Nachbarschaften, indem sie möblierte Wohnungen zu überteuerten Preisen kurzfristig vermieten.
Langjährige Mieter haben zunehmend Schwierigkeiten, Kontakt zu neuen Nachbarn aufzubauen, die oft kein Deutsch sprechen und nur kurz bleiben. Die Kampagne will Bewohnern verschiedener Häuser und Kieze eine Stimme geben. Vor den Berliner Abgeordnetenhauswahlen ist eine stadtweite Großdemonstration geplant, um politischen Druck für Veränderungen zu erhöhen.
Berlin verliert jährlich rund 20.000 Wohnungen an Kurzzeitvermietungen – genau die Zahl, die die Stadt jährlich bauen müsste, um den Wohnungsbedarf zu decken. Geplante Aktionen sind unter anderem eine "Koffer-Demo" in Friedrichshain, eine Mahnwache gegen Obdachlosigkeit vor dem Roten Rathaus sowie ein Solidaritätsmarsch für die Bewohner der Habersaathstraße 40–48.
Die Wohnungsaktionstage gehen mit weiteren Protesten und Mahnwachen in der ganzen Stadt weiter. Die Mieter fordern eine konsequentere Durchsetzung der Mietpreisbremse und ein Ende ausbeuterischer Kurzzeitmietverträge. Der Erfolg der Kampagne könnte die Wohnungspolitik vor den anstehenden Berliner Wahlen maßgeblich beeinflussen.






