14 March 2026, 18:38

Berliner Prozess: Wie Luxusautos aus Russland mit gefälschten Papieren nach Deutschland kamen

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit einem blauen Rand und der Inschrift "Schweiz Wagons-Fabrik A.G."

Schmuggel von Autos aus Russland: Fünf Männer vor Gericht - Berliner Prozess: Wie Luxusautos aus Russland mit gefälschten Papieren nach Deutschland kamen

In Berlin hat ein großer Prozess gegen fünf Männer begonnen, die beschuldigt werden, zwischen 2016 und 2020 Luxusfahrzeuge aus Russland nach Deutschland geschmuggelt zu haben. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein System, mit dem Einfuhrsteuern und Zollgebühren umgangen wurden – den Behörden entgingen dadurch rund 3,3 Millionen Euro an unbeglichenen Abgaben. Unter den Angeklagten befindet sich ein 62-jähriger ehemaliger TÜV-Prüfingenieur, dem vorgeworfen wird, Schmiergelder angenommen zu haben, um Fahrzeugprüfberichte zu fälschen.

Die Schmuggeloperation soll darin bestanden haben, hochwertige Fahrzeuge nach Deutschland zu bringen, wobei die Lieferungen als touristische Reisen getarnt wurden. Zwei Hauptangeklagte – ein Mechaniker und ein Schildmacher – stehen im Verdacht, Bestechungsgelder gezahlt zu haben, um gefälschte Zulassungen zu erhalten und vorgeschriebene Untersuchungen zu umgehen. Auch ein ehemaliger Inhaber eines Fahrzeugzulassungsdienstes ist in die Affäre verwickelt; er soll bis zu 2.000 Euro pro Auto für illegale Papiere kassiert haben.

Dem TÜV-Prüfingenieur, ein zertifizierter Prüfingenieur, wird vorgeworfen, mindestens 500 Euro Schmiergeld pro gefälschter Hauptuntersuchung angenommen zu haben – insgesamt bei 48 manipulierten Prüfungen. Diese gefälschten Freigaben ermöglichten es, Fahrzeuge ohne ordnungsgemäße Kontrolle zuzulassen. Das Verfahren vereint drei separate Anklageschriften, die gewerblichen Schmuggel, organisierten Betrug, Urkundenfälschung und Korruption umfassen.

Die Verhandlung soll 25 Verhandlungstage umfassen, mit Terminen bis zum 26. Juni.

Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten erhebliche Strafen für ihre Rolle in dem Schmugglerring. Der Fall zeigt ein abgestimmtes Vorgehen zur Umgehung von Einfuhrbestimmungen auf, das den deutschen Behörden Millionen an Steuereinnahmen entzogen hat. Das Urteil wird entscheiden, ob die Beschuldigten für ihre Beteiligung an dem System zur Rechenschaft gezogen werden.

AKTUALISIERUNG

Neue Details zum Fall der 216 geschmuggelten Luxuswagen und den Hauptverdächtigen im Berliner Prozess

Die Untersuchung des Schmugglerrings begann im Jahr 2019, nachdem Zollbehörden unreportierte Einfuhren entdeckt hatten. Wichtige Erkenntnisse sind:

  • 216 Luxuswagen (Bentley, Porsche) sollen angeblich zwischen 2016 und 2020 aus Russland nach Deutschland geschmuggelt worden sein.
  • Die Hauptverdächtigen Daniel N. (34) und Paul D. (36) wurden des Organisierens des Unternehmens angeklagt, obwohl sie nach über einem Jahr in Haft freigelassen wurden.
  • 3,3 Millionen Euro an nicht bezahlten Zöllen gingen dem Staat durch die Operation verloren, wobei gefälschte Touristeneinträge verwendet wurden, um den Schmuggel zu verschleiern.
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