Berliner Schulen kämpfen mit alarmierender Gewalt und religiösen Konflikten
Lina SeidelBerliner Schulen kämpfen mit alarmierender Gewalt und religiösen Konflikten
Gewalt an Berliner Schulen erreicht besorgniserregendes Ausmaß
Eine aktuelle Studie zeigt, wie dramatisch die Lage an Berlins Schulen geworden ist – besonders bei Vorfällen, die mit Herkunft, Religion, Weltanschauung oder sexueller Orientierung zusammenhängen. Die Ergebnisse stellen zudem Teile der bisherigen Bildungspolitik infrage.
Laut der Untersuchung halten 29 Prozent der Neuntklässler religiöse Vorschriften für wichtiger als schulische Regeln. Dabei teilen 41 Prozent der muslimischen, 33 Prozent der christlichen und 19 Prozent der nichtreligiösen Schüler diese Haltung. Zudem gaben 27 Prozent der Befragten an, dass die erlebte Gewalt keinen klaren Grund hatte.
Besonders betroffen sind sozial benachteiligte und einkommensschwache Schüler. Viele Opfer beschreiben die Vorfälle als besonders schwerwiegend. Als Reaktion plant die Berliner Bildungsverwaltung Workshops und will zentrale Akteure für künftige Maßnahmen identifizieren.
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch schlägt vor, Schulpsychologen an jeder Schule verpflichtend einzuführen. Ab dem nächsten Schuljahr sollen zudem die Klassen in besonders belasteten Grundschulen verkleinert werden.
Die Studienergebnisse werfen Fragen zur Wirksamkeit der bisherigen Strategien auf. Mit kleineren Klassen und psychologischer Betreuung sollen die Probleme angegangen werden. Die geplanten Workshops und die Einbindung von Verantwortlichen deuten auf weitere Schritte im Kampf gegen Schulgewalt hin.
