Berliner Senatorin entschuldigt sich bei schwulem Lehrer nach jahrelangem Mobbing
Lina SeidelBerliner Senatorin entschuldigt sich bei schwulem Lehrer nach jahrelangem Mobbing
Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch hat sich öffentlich bei Oziel Inácio-Stech, einem schwulen Grundschullehrer, entschuldigt. Die Entschuldigung folgt auf monatelange Schikanen, falsche Anschuldigungen und mangelnde Unterstützung durch Schulverantwortliche. Günther-Wünsch räumte ein, dass die Auseinandersetzungen Inácio-Stech schwer belastet hätten, und bedauerte die Art und Weise, wie mit der Situation umgegangen wurde.
Inácio-Stech war an der Carl-Bolle-Grundschule wiederholt Ziel von Belästigungen. Schüler mobbten und beleidigten ihn wegen seiner sexuellen Orientierung. Eine Kollegin warf ihm zudem fälschlicherweise Fehlverhalten vor – doch die Vorwürfe ließen sich nicht belegen.
Der Lehrer litt unter starkem Stress, erlitt Panikattacken und musste sich längere Zeit krankschreiben lassen. Trotz des Leidensdrucks beteuerte er stets seine Unschuld und schwor, seinen Namen zu reinigen. Weder die Schulleitung noch die Behörden boten ihm während des Verfahrens nennenswerte Unterstützung.
Zunächst hatte Günther-Wünsch den Fall als komplex bezeichnet und von gegenseitigen Mobbingvorwürfen gesprochen. Später jedoch erkannte sie das Ausmaß der Ungerechtigkeit gegen Inácio-Stech an. Sie gab zu, dass der ungelöste Konflikt unnötiges Leid verursacht habe, und versprach, die Versäumnisse bei der Bearbeitung des Falls aufzuarbeiten.
Gegen Inácio-Stech wurden niemals berufliche Verfehlungen oder disziplinarische Verstöße nachgewiesen. Die Entschuldigung der Senatorin markiert einen Wandel in der offiziellen Haltung zu seinem Fall. Die Vorgänge unterstreichen die Dringlichkeit besserer Schutzmechanismen gegen Diskriminierung an Berliner Schulen.






