07 April 2026, 06:32

Bibliothekarin entlassen, weil sie LGBTQ-Bücher für Kinder verteidigte

Altes Buch mit dem Titel 'Die queere Seite der Dinge' mit einer Zeichnung von vier Frauenköpfen auf dem Cover.

Bibliothekarin entlassen, weil sie LGBTQ-Bücher für Kinder verteidigte

Ein Bibliothekskomitee in Tennessee hat die langjährige Kreisbibliothekarin Luanne James entlassen, nachdem sie sich weigerte, Bücher mit LGBTQ-Themen aus dem Kinderbereich zu entfernen. Die Entscheidung fiel nach einer Abstimmung über die Umsiedlung der Titel und löste eine Debatte über Zensur und Meinungsfreiheit aus. James, die über Jahrzehnte Erfahrung verfügte, begründete ihre Haltung mit rechtlichen und beruflichen Pflichten.

Luanne James hatte im Juli 2025 die Leitung der Bibliotheken im Rutherford County übernommen und brachte mehr als 25 Jahre Erfahrung in öffentlichen Bibliotheken mit. Bereits nach wenigen Monaten forderte das Komitee, Bücher mit LGBTQ-Bezug in den Erwachsenenbereich zu verlegen – eine Maßnahme, die vom Schulratsmitglied Caleb Tidwell unterstützt wurde.

James widersetzte sich der Anweisung mit dem Argument, dies verstoße gegen den Ersten Verfassungszusatz und ihre professionellen Verpflichtungen. Ihre Weigerung führte am 16. März zu einer Abstimmung mit 8 zu 3 Stimmen für ihre Entlassung. Der Fall spiegelt landesweite Spannungen wider, wobei ähnliche Konflikte bereits in Texas und Wyoming aufgetreten sind.

2021 hatte eine Bibliotheksleiterin in Wyoming nach ihrer Entlassung wegen Kontroversen um LGBTQ-Bücher eine Entschädigung von 700.000 Dollar erstritten. Ein Jahr später lehnte der Oberste Gerichtshof der USA es ab, einen Fall aus Texas zu prüfen, in dem Behörden die Entfernung "anstößiger" Materialien erlaubt worden war. Die Organisation PEN America bezeichnete James' Entlassung als deutliches Beispiel für die zunehmenden Versuche, die freie Meinungsäußerung einzuschränken.

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Die Entscheidung im Rutherford County hinterlässt die Bibliothek ohne ihre Leiterin und unterstreicht die anhaltenden Auseinandersetzungen um den Zugang zu Büchern. James' Entlassung reiht sich in eine Serie von juristischen und politischen Konflikten an Schulen und Bibliotheken im ganzen Land ein. Das Ergebnis wirft erneut die Frage auf, wie lokale Gremien mit als umstritten geltenden Inhalten umgehen.

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