Bitcoin erlebt turbulente Woche mit Rekordabflüssen und regulatorischen Signalen
Lina SeidelBitcoin erlebt turbulente Woche mit Rekordabflüssen und regulatorischen Signalen
Bitcoin durchlebte eine weitere turbulente Woche, da sich die Marktspannungen verschärften. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten Nettoabflüsse von fast 296 Millionen US-Dollar und beendeten damit eine vierwöchige Phase mit Zuflüssen. Gleichzeitig sorgte eine regulatorische Klarstellung für Bewegung, nachdem US-Behörden Bitcoin, Ether und XRP als digitale Rohstoffe eingestuft hatten.
Die Entwicklung fällt in eine Phase erhöhter Volatilität, wobei Goldman Sachs vor geringen Handelsvolumina und möglicher kurzfristiger Instabilität warnt. Die Woche begann mit einem abrupten Deleveraging-Ereignis am 27. März, das zu einem Rückgang der offenen Positionen in Bitcoin-Futures um 42 Prozent führte. Dieser plötzliche Einbruch verschärfte die bestehenden Bedenken, da Bitcoin eine wichtige Unterstützungszone zwischen 65.500 und 66.000 US-Dollar testete. Analysten warnen nun, dass ein Durchbrechen dieser Marke die Preise in Richtung 60.000 bis 62.000 US-Dollar drücken könnte.
Am 17. März hatten die US-Börsenaufsicht SEC und die Rohstoffhandelbehörde CFTC Bitcoin, Ether und XRP offiziell als digitale Rohstoffe klassifiziert. Der Schritt soll institutionellen Anlegern klarere Regeln bieten, doch die unmittelbaren Marktreaktionen blieben begrenzt.
Analysten von Goldman Sachs wiesen darauf hin, dass der jüngste Rückgang von Bitcoin um 45 Prozent mit früheren Bärenmarktphasen übereinstimmt. Trotz des Abschwungs behielt die Bank ihre Kaufempfehlungen für kryptobezogene Aktien wie Coinbase und Robinhood bei. Die anhaltend niedrigen Handelsvolumina könnten die Volatilität jedoch in den kommenden Wochen verlängern.
Auch die Hashrate des Bitcoin-Netzwerks ist von ihrem Höchststand Ende 2025 von 1.160 EH/s auf etwa 1.020 EH/s gesunken. Miner steigen aufgrund sinkender Profitabilität aus, die durch den 30-prozentigen Preisverfall von Bitcoin, eine restriktive Geldpolitik der US-Notenbank und Inflationsdruck verursacht wird. Die Anpassung des Netzwerk-Schwierigkeitsgrads hat inzwischen dazu beigetragen, die Blockzeiten zu stabilisieren.
Unterdessen hält GameStop weiterhin 4.710 Bitcoin im Wert von rund 368 Millionen US-Dollar. Fast der gesamte Bestand – 4.709 Bitcoin – ist als Sicherheit für eine Optionsstrategie über Coinbase Credit verpfändet.
Auf dem FII-Gipfel in Miami bekräftigte der ehemalige US-Präsident Donald Trump seine Position, dass die USA eine Führungsrolle bei der Einführung von Kryptowährungen einnehmen sollten. Seine Äußerungen fielen in eine Phase, in der der Markt mit anhaltenden Liquiditätsproblemen und sich wandelnden Rahmenbedingungen für Miner zu kämpfen hat.
Der Bitcoin-Preis bleibt unter Druck, wobei wichtige Unterstützungsniveaus gefährdet sind und die Handelsaktivität gedämpft bleibt. Fortschritte bei der Regulierung könnten das langfristige Vertrauen stärken, doch die kurzfristige Volatilität hält an. Miner, Händler und Institutionen passen sich gleichermaßen an ein zunehmend eingeschränktes Marktumfeld an.






