24 March 2026, 04:35

Bob Monkhouses Witzesammlungen sorgen für TV-Streit um Zensur und Nostalgie

Plakat mit lachendem Menschen mit wilden Haaren vor gelbem Hintergrund, Text lautet "McFadden's Row of Flats: The Comedy That Has Made Many Millions Laugh."

Bob Monkhouses Witzesammlungen sorgen für TV-Streit um Zensur und Nostalgie

Eine geplante Folge der Sendung "Die Reparaturwerkstatt" mit den handschriftlichen Witzesammlungen von Bob Monkhouse wurde gestrichen, nachdem ein Mitarbeiter der Produktionsfirma einen als sexistisch eingestuften Witz beanstandet hatte. Der Beitrag sollte die Restaurierung der Notizbücher aus den 1960er-Jahren zeigen, die von seiner Tochter und seinem ehemaligen Schreibpartner eingebracht worden waren. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Monkhouses Humor heute zunehmend kritisch betrachtet wird.

Bob Monkhouse begann seine Fernsehkarriere 1952 mit der Sketchshow "Schnell und locker" (Fast and Loose). Über die Jahrzehnte moderierte er beliebte Formate wie "Der Goldschuss" (The Golden Shot) und "Sonntagabend im London Palladium" (Sunday Night at the London Palladium). Sein Markenzeichen waren stets mitgeführte Witzesammlungen – randvoll mit tausenden handschriftlichen Gags, Karikaturen und Kritzeleien, darunter auch freizügige Zeichnungen und Material, das aus heutiger Sicht als anstößig gelten könnte.

Die als "laufende Akten" bekannten Notizbücher verschwanden 1995 spurlos, woraufhin Monkhouse eine Belohnung für ihre Rückgabe aussetzte. Jahre später tauchten sie wieder auf und sollten in "Die Reparaturwerkstatt" als Hommage an den 2003 verstorbenen Komiker restauriert werden. Geplant war der Auftritt seiner Adoptivtochter Abigail Williams sowie seines langjährigen Schreibpartners Colin Edmonds.

Edmonds, der Monkhouse bereits als Kind bewundert hatte, arbeitete später als Comedy-Autor mit ihm zusammen. Gemeinsam prägten sie den schnellen, pointenreichen Stil und die oft derben Witze, für die Monkhouse bekannt war. Doch ein Mitarbeiter der Produktionsfirma Ricochet meldete Bedenken gegen einen konkreten Witz an – mit der Folge, dass der gesamte Beitrag gestrichen wurde.

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Monkhouses Humor galt einst als zu kontrovers und zu freizügig für das Nachkriegsbritannien. Mit der Liberalisierung der Satiregesetze und dem gesellschaftlichen Wandel – besonders nach der sexuellen Revolution der 1960er-Jahre – fand sein Werk jedoch neue Anerkennung. Heute werden sein Wortwitz und sein selbstironischer Charme gefeiert, vor allem im Internet, wo Ausschnitte seiner Auftritte ein junges Publikum erreichen.

Die Absage des Reparaturwerkstatt-Beitrags verdeutlicht den Wandel der Maßstäbe für Comedy und historisches Material. Monkhouses Witzesammlungen, einst zentraler Bestandteil seines Schaffens, spiegeln heute eine andere Zeit wider. Der Vorfall zeigt auch, wie sein Erbe noch Jahrzehnte nach seinem Tod neu bewertet wird.

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